| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Hameln |
| Streckenverlauf: | Fischbeck, Großenwiedn, Bad Eilsen, Bückeburg |
| Ziel: | Stadthagen |
| Länge: | 52,60 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |13| Großraum Hannover Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC22| Schaumburg Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC23| Hannovers Süden |
| Kontakt: | kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Die Tour bietet Ihnen viel Abwechslung in zwei ganz verschiedenen Landschaftsräumen: Wesertal und Bückebergvorland.

Hameln-Stadthagen Sie radeln ohne Steigungen vorbei an Klöstern und Baudenkmalen aus der Romanik. Von Hameln bis kurz vor Rinteln erwartet Sie zunächst eine ebenso bequeme wie reizvolle Strecke. Zwischen Ihnen und ihrem Zielort Stadthagen befindet sich nur ein Hindernis: Das Wesergebirge. Um es zu überwinden, müssen Sie einer uralten Straße über den Pass von Steinbergen folgen. Sie folgen dem gut ausgeschilderten "Radfernweg Weser" bis zur Neelhof Siedlung. Der hohe Backsteinkirchturm von Steinbergen zeigt Ihnen von hier die Richtung an. Dann führt die Expo-Tour 7 durch das sanft gewellte Bückebergvorland und die fruchtbaren Felder der Schaumburger Kreidemulde über Bad Eilsen nach Stadthagen. Die Landschaften zwischen Hameln und Stadthagen Das Wesertal Im Wesertal zwischen Hameln und Rinteln hat die Weser im Laufe der Zeit eine fruchtbare Ebene geschaffen. Feinste Gesteinsteilchen, die flussoberhalb von den Fluten abgetragen wurden, reicherten sich an und schufen gute landwirtschaftliche Böden, Grundlage der frühen Besiedlung des Wesertals. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit kann man in der Landschaft deutlich ablesen: Nahezu die gesamte Ebene wird von Getreide- und Rübenäckern beherrscht; für Wald ist hier der Boden viel zu kostbar. Erst an den steileren Hängen des Wesergebirges im Norden und des Weserberglandes im Süden wachsen kräftige Buchenwälder. Die frühen Siedler wählten sehr genau aus, wo sie sich niederließen. Achten Sie einmal darauf, die alten Ortskerne liegen zwar nah am Fluss, jedoch stets in sicherer Entfernung zu möglichen Hochwassern. Wie es für landwirtschaftliche Gunsträume üblich ist, findet man in diesem Abschnitt des Wesertales kaum einzeln liegende Siedlungen in der freien Landschaft (Streusiedlungen). Stattdessen ballen sich die Bauernhäuser in Haufendörfern dicht zusammen. Und noch eine Besonderheit: Am Rande des Tals ragen gelegentlich auffällige Geländekanten markant empor, ehemalige Ufer der Weser, von Geologen Flussterrassen genannt. Sie stammen aus einer Zeit, als die Weser noch in dieser Höhe floss. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich der Fluss jedoch immer tiefer in die eiszeitlichen Kiesschichten des Wesertals eingeschnitten, und die ehemaligen Ufer blieben als Terrassenkanten zurück. Wegen ihrer Hochwassersicherheit waren sie schon immer gegehrte Siedlungsplätze. Das Bückebergvorland und die Schaumburger Kreidemulde Wenn Sie den Pass von Steinbergen überwunden haben, liegen vor Ihnen die sanften Ausläufer der Bückeberge, das Bückebergvorland. Nach Norden hin werden die Hügel immer flacher, bis sie in die pottebene Schauburger Kreidemulde übergehen. Die Schaumburger Kreidemulde erstreckt sich im Westen bis Bückeburg, endet im Norden an den Rehburger Bergen und reicht im Nordosten bis ans Steinhuder Meer. Ihren Namen verdankt sie dem kalkhaltigen Untergrund, der in der Kreidezeit vor rund 100 Millionen Jahren noch Meeresboden war. Weitere Teile der Ebene sind, dank guter Entwässerung, von fruchtbaren Getreide- und Rübenfeldern überzogen. In den Bodenzahlen der Landwirte erreichen die Böden hier oft 80 von 100 möglichen Gütepunkten. Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln Die Landschaft zwischen Hameln und Bad Eilsen ist für viele Menschen ein beliebtes Ausflugsziel und gehört zum "Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln". Das Gebiet des Naturparks reicht von den Bückebergen im Norden bis nach Bad Pyrmont im Süden und umfasst 1,116 km². In einem Naturpark, so sieht es das Naturschutzgesetz vor, soll die naturverträgliche Erholung der Menschen gesichert und gefördert werden. Äußere Merkmale dafür sind z. B. zahlreiche Wanderparkplätze mit Übersichtskarten und ein breites Angebot markierter Rundwege. Grundsatz der Wegeführung ist die Schonung empfindlicher Lebensräume. Ein Beispiel ist das "Naturschutzgebiet Aher Kämpe", ein ehemaliger Weserarm und heutiges Feuchtgebiet, das Sie nahe der Neelhof-Siedlung bei Steinbergen durchqueren. Die interessantesten Stationen zwischen Hameln und Stadthagen Tankstelle Wehrberger Warte Von der ehemaligen Wehrberger Warte, die in früheren Zeiten zur Beobachtung feindlicher Truppen diente, ist heute leider nichts mehr zu sehen. Entschädigt werden Sie mit einer kleinen Besonderheit: Bei der Tankstelle an der Bundesstraße 83 handelt es sich um eine in den 30er Jahren errichtete Holzkonstruktion, die heute als Baudenkmal geschützt ist! Stift Fischbek Nur einige Meter vom "Radfernweg Weser" entfernt liegt das Stift Fischbek, von König Otto I. 955 zur Vertiefung des christlichen Glaubens gegründet. Als König Otto IV: 1555 zum evangelischen Glauben übertrat, folgte auch das Stift der Lehre Martin Luthers. Es war damals wie heute keinem weltlichen Herren unterstellt. Nach wie vor leben die Stiftsdamen ohne Gelübde zusammen. Sie brauchen auf ihr Eigentum nicht zu verzichten, dürfen heiraten, und tragen keine einheitliche Kleidung. Heute sind es sechs Damen, die 180 Hektar Ackerland und 160 Hektar Wald verwalten. An Besonderheiten ist dieser Ort nicht rar: Die Kirche und der Kreuzgang sowie der berühmte Bildteppich mit der Darstellung der Gründungslegende des Stiftes lohnen eine Führung. Botaniker kommen im gepflegten Stiftsgarten auf ihr Kosten: Eine 1000jährige Eibe und riesige Pyramiden- und Roteichen können bestaunt werden. Vor allem verdienen die Ginkgo-Bäume des Parks Ihre Beachtung. Ginkgos gelten als entwicklungsgeschichtliches Bindeglied zwischen Nadel- und den viel jüngeren Laubbäumen. Man kannte sie nur als Versteinerungen und wähnte sie längst ausgestorben. Dann aber entdeckten Forscher in China ganze Ginkgowälder: Eine botanische Sensation! Die Ginkgos von Fischbeck dürften aufgrund ihres Alters zu den ersten Exemplaren gehören, die damals nach Europa gebracht wurden. Führungen durch das Stift finden Dienstags und Freitags von 9 bis 11 Uhr sowie zwischen 14 und 16 Uhr statt. Gruppen sollten sich vorher anmelden. Kiesseen bei Kleinenwieden Zwischen Hameln und Rinteln und weiter in Richtung Porta Westfalica windet sich die Weser mit ausladenden Schlingen durch ihr geräumiges Tal. Auf Höhe der Schaumburg erreicht es eine Breite von vier Kilometern. In diesem Teil des Wesertals hinterließen gewaltige Schmelzwasserströme der Saale-Eiszeit, vor 200.000 bis 125.000 Jahren, mächtige Sand- und Kiesschichten. Sie werden an vielen Orten abgebaut, u. a. bei Kleinenwieden: Neue Lebensräumen für bedrohte Tierarten wie Wechselkröte und Grabwespe oder seltene Pflanzen wie Mauerpfeffer und Heidenelke. Der Pass von Steinbergen und die Arensburg Das flache Tal der Weser verlassen Sie über den Pass von Steinbergen. Wenn Sie nicht in einem Rutsch hinauffahren wollen, dann machen Sie Rast an der schon von weitem sichtbaren Steinberger Kirche, einem Backsteinbau von 1890. Die Aue in Bad Eilsen Am 26. Juli 1802 stellten Ratsherren in Bad Eilsen erste Überlegungen an, das Flüsschen Aue umzugestalten. Es floss ausgerechnet dort, wo eine Gebäudeerweiterung geplant war. Die Aue sollte zu einem Kanal umgebaut werden, "an dessen Ufern Spazierwege sind und worauf man mit einer Gondel fahren kann", wie es in alten Urkunden heißt. Nachdem ein Jahr später der Antrag auf Verlegung der Aue gestellt war, wurde bis Jahresende der Umbau durchgeführt. Parallel zum alten Flusslauf wurde ein geradliniger Kanal ausgehoben und das alte Auebett für die stolze Bausumme von dreizehn Talern zugeschüttet. Ob jemals Gondeln auf der Aue geschwommen sind, ist nicht überliefert. Kopfweiden in Südhorsten In Südhorsten fällt Ihr Blick auf eine Reihe kurz gewachsener Bäume. Sie haben die Überreste einer ehemals weit verbreiteten Form der Holzgewinnung entdeckt: Kopfbäume. Bei diesen Exemplaren handelt es sich um Weiden, botanisch Salix genannt, die in regelmäßigen Abständen von fünf bis zehn Jahren "geköpft", d. h. geschnitten werden. Besonders in Norddeutschland sind Kopfweiden weit verbreitet und begleiten Wege, Bachläufe und Flüsse. Früher wurde aus den dünnen Trieben Flechtmaterial, Brennholz oder Laubheu für das Vieh gewonnen. Mittlerweile besteht kaum noch Interesse an einer derartigen Holzgewinnung und Kopfbäume sind rar geworden. Wenn sie heute wieder vermehrt angepflanzt werden, dann für die Schönheit der Landschaft und als Lebensraum gefährdeter Tierarten. So brüten u. a. Steinkauz und Zaunkönig in den älteren, hohlen Kopfbäumen, Fledermäuse und Steinmarder finden ein sicheres Versteck. Bergehalde Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist im Schaumburger Land Steinkohle abgebaut worden. 1961 wurden die Bergbautätigkeiten eingestellt. Steinkohleberge wie hier bilden weiterhin markante Bezugspunkte in der Landschaft. Weitere Relikte sind die zahlreichen am Nordhang der Bückeberge gelegenen "Kummerhaufen", klein ehemalige Halden, die als Gehölzinseln inmitten der Feldflur zum typischen Bild dieser historischen Bergbaulandschaft gehören. Gaststätten zwischen Hameln und Stadthagen Cafe am Stift, Stiftstr. 3, Fischbeck, Tel. (05152) 9 76 20, Tägl. 11 bis 23 Uhr. Altstadtcafe, Mittelstr. 4, Hessisch Oldendorf, Tel. (05252) 5 11 73, Montag bis Samstag 8 bis 18 Uhr, Sonnags 14 bis 18 Uhr. Restaurant Baxmann, Segelhorsterstr. 3, Hessisch Oldendorf, Tel. (05152) 9 41 00, Dienstag bis Sonntag 11.30 bis 14 Uhr, 17 bis 22 Uhr. Gaststätte "Heeßer Krug", Hauptstr. 26, Heeßen, Tel. (05722) 8 43 32, Montag bis Freitag 11.30 bis 22 Uhr, Samstag bis Sonntag 10 bis 22 Uhr. Gaststätt "Am Harrl", Bückeburger Str. 2, Bad Eilsen, Tel. (05722) 8 55 51, Tägl. 9 bis 23 Uhr. Schützenhaus mit Biergarten, Schachtstr. 50, Stadthagen, Tel. (05721) 7 55 33, Tägl. 17 bis 23 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr. Tipps für Radfahrer zu Verleih und Reparatur Hameln (Auswahl) Bauherr, Alte Marktstr. 25, Tel. (05151) 4 15 22. Kühne, Friedrichseiche 20, Tel. (05151) 2 24 44. Troche, Kreuzstr. 7, Tel: (05151) 18 82.
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