| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Hannover |
| Streckenverlauf: | Hannover, Springe, Hameln |
| Ziel: | Hameln |
| Länge: | 54,74 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte, 1:75,000, RC23, RC30 |
| Kontakt: | kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Tour durch das Calenberger Land und das Weserbergland

Die EXPO-Tour 6 führt Sie vom Maschsee (30/F9) in Hannover durch die Calenberger Börde in Richtung Weserbergland. Den Deister ständig im Blick erreichen Sie Springe und durchqueren die Deisterpforte, um ins schöne Weserbergland zu gelangen. Vorbei an ehemaligen Wasserburgen und sehenswerten Kirchen wird die Landschaft um so abwechslungsreicher, je weiter Sie nach Süden kommen. Die Landschaften zwischen Hannover und Hameln Das Calenberger Land Von Hannover bis Springe durchfahren Sie den südwestlichen Teil des Landkreises Hannover. Das sehr fruchtbare Gebiet im Dreieck zwischen Deister, Leine und Mittellandkanal wird als Calenberger Land bezeichnet. Der Name geht auf eine 1292 im Leinetal von den Welfen erbaute Burg auf dem Calenberg zurück. Von dieser Burg bei Nordstemmen sicherten sich die Welfenherzöge in den folgenden Jahrhunderten die Macht über das Land zwischen Deister und Leine, auf welches allmählich der Name Calenberg überging. Seine natürliche Bodenfruchtbarkeit verdankt das Calenberger Land, auch Calenberger Börde genannt, meterdicken Lössablagerungen. Löss besteht aus feinsten Bodenteilchen, die vom Wind nach der letzten Eiszeit hierher geweht wurden. Die hohe Anzahl an Bodenmineralen und das gute Wasserspeichervermögen der Böden sind die Garantie für hohe Erträge. Auch die Fruchtbarkeit der Hildesheimer und der Magdeburger Börde geht auf Lössablagerungen zurück. Das Landschaftsbild wird von großen Ackerflächen beherrscht, auf denen überwiegend Weizen und Zuckerrüben angebaut werden. Bei Wettbergen kommen aufgrund der Nähe zur Großstadt Möhren, Zwiebeln und Kohl hinzu. Wiesen und Weiden, Kartoffel- und Maisfelder sind in der Calenberger Börde selten, dafür ist der Boden einfach zu gut. Aus der Ebene des Calenberger Landes ragt der bewaldete Benther Berg (30/G7) mit 173 Metern und der südlich davon gelegene, ebenfalls bewaldete Gehrdener Berg mit 154 Metern heraus. Der 379 Meter hohe, allgegenwärtige Deister wird bereits zum Weserbergland gezählt. Ansonsten ist Wald rar, nur wenige Bäume und Hecken bereichern die weitläufige Landschaft. Viele Orte im Calenberger Land sind alte, sogenannte Haufendörfer. Hier wurden die Bauernhäuser eng zusammen gebaut, um das kostbare Ackerland nicht zu verschwenden. Die Straßen sind häufig auf den höher gelegenen Kuppen angelegt und laufen sternförmig auf Hannover zu. Ein Beispiel ist die Bundesstraße 217, die durch ihre Allee schon von Weitem zu erkennen ist. Typisch für die Calenberger Börde sind Zuckerrüben- und Weizenfelder. Im Hintergrund die Allee der Bundesstraße 217. Das Weserbergland Zwischen Springe und Hameln gelangen Sie ins Weserbergland, dass sich vom Wesergebirge über Süntel, Deister, Osterwald, Ith, Hils, Vogler und Pyrmonter Bergland bis zum Südfuß des Sollings erstreckt. Auffällig ist, dass die Höhenzüge meist von Südost nach Nordwest verlaufen. Dies ist typisch für die "saxonische Gebirgsfaltung", die vor rund 170 Millionen Jahren die Mittelgebirge in Niedersachsen, Westfalen und Thüringen aufgeworfen hat und auch für das Weserbergland verantwortlich ist. Eine vergleichsweise geringe Zeitspanne ist vergangen, seit die Weser vor 250.000 Jahren noch zwischen Süntel und Deister hindurch nach Norden floß, bis sie ihren Weg durch die "Porta Westfalica" verlegte. Im ehemaligen Wesertal fließt seither die Hamel, die Sie bei Hachmühlen (30/K5) überqueren. Die bewaldeten Bergzüge sind durch Täler und Becken voneinander getrennt, in denen sich nach der letzten Eiszeit fruchtbarer Löss ablagerte und so intensive Landwirtschaft ermöglichte. Wiesen und Weiden dagegen finden sich nur in den steileren Hanglagen und in den feuchten Niederungen der Flüsse. Die interessantesten Stationen zwischen Hannover und Hameln Maschsee Der etwa 78 Hektar große Maschsee wurde zwischen 1934 und 1936 im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Leine angelegt. Er misst 2,4 Kilometer in der Länge, und 500 Meter in der Breite und ist durchschnittlich nur zwei Meter tief. Um den Wasserstand etwa eineinhalb Meter über dem der unmittelbar benachbarten Leine zu halten, wurde der See mit Ton abgedichtet. Das Wasser des Maschsees stammt aus den grundwassergespeisten Ricklinger Kiesseen. Er ist heute beliebtes Naherholungsgebiet für die Hannoveraner. Am Südufer des Sees befindet sich ein Strandbad mit einem aufgeschütteten Sandstrand, der im Sommer die Daheimgeblieben ein wenig entschädigt. Kopfbäume In der Ricklinger Masch treffen Sie auf "Kopfbäume", die in Norddeutschland an Gewässern weit verbreitet sind. Kopfbäumen werden in regelmäßigen Abständen die Äste abgeschnitten in dem Wissen, dass diese anschließend um so kräftiger wieder ausschlagen. Oft fallen Sie mit ihren vielen neuen Trieben durch ihr struppiges Aussehen auf. Vorwiegend wurden, wie hier in der Masch, Weiden der Gattung Salix "geköpft". Die Kopfbaumnutzung geht ins Mittelalter zurück, als aus den dünnen, im vollen Grün stehenden Zweigen Futterlaub für die winterliche Stallfütterung des Viehs geschnitten wurde. Darüber hinaus wurden Weidenzweige als Flechtmaterial und zur Uferbefestigung an Bächen und Flüssen verwendet. Wasserburg in Bettensen Westlich von Ihme-Roloven befindet sich das Gut Bettensen (30/H8). Die Anlage ist von einem Wassergraben umgeben, der von der unmittelbar vorbei fließenden Ihme gespeist wird. Einen Blick auf Burg und Gutsgarten können Sie durch das schmiedeeiserne Tor an der Sandsteinbrücke werfen. In Nähe der Postchaussee - der heutigen Bundesstraße 217 - von Hannover nach Hameln war das Gut u.a. als Sattelhof von Bedeutung. Dorf Bennigsen Bennigsen, das im Schutz der Burg Bennigsen entstand, weist die für das Calenberger Land typische Besiedlungsform eines Haufendorfes auf. Haufendörfer sind dadurch gekennzeichnet, dass hier im Laufe der Jahrhunderte die Häuser durch Neuansiedlung dicht zusammengewachsen sind. In landwirtschaftlichen Gunsträumen wie dem Calenberger Land konnte man es sich erlauben, die Bevölkerungszahl allmählich anwachsen zu lassen. Das Land war fruchtbar genug, um immer mehr Menschen zu ernähren. Deshalb durften hin und wieder auch zweit- und drittgeborene Söhne neue Hofstellen gründen und heiraten. Jedoch durften sie nur innerhalb des Dorfes bauen, um den fruchtbaren Ackerboden nicht zu verschwenden. St. Andreas Kirche in Springe (30/J6) Etwas abseits des Tourenverlaufes steht die evangelisch-lutherische St. Andreas Kirche von Springe. Ein kleiner Abstecher lohnt sich. Der dreischiffige, gotische Bau stammt aus den Jahren 1447 bis 1452. Das Dach wurde mit Platten des berühmten Sollingsandsteins gedeckt. Der Flügelaltar im Inneren der Kirche zeigt Christus als thronenden König, der umgeben wird von dem Vater der Kirche Augustinus, vom Bischof Bonifazius, dem Apostel des Nordens, und von den zwölf Aposteln. Der wohl bekannteste Sohn der Stadt Springe, Heinrich Goebel, alias Henry Goebel (1818-1893), wurde hier konfirmiert. Goebel erfand 1854 in den USA eine Glühbirne, indem er einen Bambusfaden mit einer Batterie zum Leuchten brachte. Die Erfindung blieb weitgehend unbemerkt. 25 Jahre später gelangte Thomas Alva Edison mit der Weiterentwicklung der Goebelschen Glühbirne zu Weltruhm. Deisterpforte Durch die Deisterpforte bei Springe, einem markanten Gebirgseinschnitt zwischen Deister und Kleinem Deister, führte schon im Mittelalter ein Handelsweg von Hannover nach Hameln zum dortigen Weserübergang. Nach dem siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde dieser Weg nach französischem Vorbild mit Alleebäumen zur Chaussee ausgebaut, der Vorläuferin der heutigen Bundesstraße 217. Auch die Eisenbahnlinie Hameln - Hannover führt seit 1872 hier hindurch. So ist es kein Wunder, dass Tour 6 ebenfalls die Deisterpforte nutzt, denn wer wollte sich schon über steile Berge quälen? Meilenstein Der Meilenstein an der Bundestraße 217 verrät Ihnen, wie weit Sie von Hannover entfernt sind: Drei Meilen. Wundern Sie sich, warum es von hier bis Hannover nur 4,8 Kilometer sein sollen? Des Rätsels Lösung ist, dass hier keine englischen, sondern alte hannoversche Landmeilen angegeben sind, von denen eine genau 9323 Meter misst. Sie sind demnach rund 28 Kilometer von Hannover entfernt. Früher rechnete man für das Zurücklegen einer hannoverschen Landmeile zwei Stunden und stellte halbstündig, also im Abstand von 2330 Metern, einen Meilenstein wie diesen auf. Schlossanlage bei Hasperde (30/K5) Die Schlossanlage in Hasperde weist Renaissanceelemente mit Türmchen und Figuren auf, die dem gesamten Anwesen einen prächtigen Anblick verleihen. Ein Teil der Gebäude wird heute als Senioren-Domizil bewohnt. Gaststätten zwischen Hannover und Hameln Bistro "Knast", Zum Niederntor 29, Springe, Tel (05041) 972630, Tägl. 10-1. Hotel an der Bahn, An der Bahn 1, Völksen, Tel. (05041) 988900, Tägl. ab 14. Tipps für Radfahrer zu Reparatur und Verleih Hannover (Auswahl) FLITZ SPORT, Lister Meile 25, Tel. (0511) 3481600. Radhaus Schauerte, Hildesheimer Str. 53, Tel. (0511) 8039947. SANDVOSS, Stöckener Str. 135, Tel. (0511) 791639. BOTHFELDER Fahrrad-Shop, Sutelstr. 48, Tel. (0511) 6490939. Fahrrad-Land, Deisterstr. 52, Tel. (0511) 4583360. Fahrradverleih Werkstatt Treff Vahrenheide, Lilienthalstr. 12, Tel. (0511) 633293. Drahtesel, Volgersweg 58, Tel. (0511) 3481512. 2-Rad-Hof Buchholz, Schierholzstr. 112, Tel. (0511) 592259. Hameln (Auswahl) Bauherr, Alte Marktstr. 25, Tel. (05151) 41522. Bunny hop Mountainbikes, Berliner Platz 1a, Tel. (05151) 53383. Kühne, Friedrichseiche 20, Tel. (05151) 22444. Troche, Kreuzstr. 7,Tel. (05151) 13670. Gesicherte Fahrradparkplätze gibt es in der Tiefgarage der Rattenfängerhalle und im Parkhaus Kopmandshof für Fahrrad und Gepäck. Geöffnet: Mo-Do 6.30-23, Fr und Sa 6.30-24, So 9-21.
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