| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Hildesheim |
| Streckenverlauf: | Elze, Salzhemmendorf, Coppenbrügge |
| Ziel: | Hameln |
| Länge: | 56,64 km |
| Dauer: | 1 Tag |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1 : 100 000 |13| Großraum Hannover Radwanderkarten 1 : 75 000 | RC23| Hannovers Süden |
| Kontakt: | ADFC Postanschrift: Postfach 10 77 47 28077 Bremen Hausanschrift: Grünenstr. 120 28199 Bremen Infoline/Telefon: 04 21 / 34 62 90 Telefax: 04 21 / 34 62 950 kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Tour durch die weiten Täler des Weser- und Leinberglandes

Die EXPO-Tour 5 führt entlang markanter Höhen wie Ith, Thüster Berg, Sieben Berge oder Osterberg, ohne dass Sie diese überqueren müssen. Die Tour beeindruckt durch ihre Vielseitigkeit und durch herrliche Ausblicke über die weiten Täler des Weser- und Leineberglandes. Immer wieder öffnet sich die Landschaft zwischen Berg und Tal und zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Zwischen Hildesheim und Hameln liegen 53 abwechslungsreiche Kilometer vor Ihnen. Über z. T. unausgebaute Feldwege geht es ständig auf und ab, Mensch und Material werden stark beansprucht. Diese Tour eignet sich nicht für einen Familienausflug am Sonntagnachmittag! Sie ist für trainierte Fahrradfahrer gedacht, die über ein zuverlässiges Fahrrad und ausreichend Kondition verfügen. Der Lohn ist eine der reizvollsten Landschaften der Städtenetz-Region. Die Landschaften zwischen Hildesheim und Hameln Das Calenberger Land und die Esbecker Börde Das sehr fruchtbare Gebiet zwischen Deister, Leine und Mittellandkanal wird als Calenberger Land bezeichnet. Der Name geht auf eine um 1292 von den Welfen auf dem Calenberg bei Nordstemmen erbaute Burg zurück. Dieser Teil des Calenberger Landes, den Sie auf Tour 5 durchfahren und der sich von Hildesheim bis tief in das Weserbergland erstreckt, wird Esbecker Börde genannt. Die Esbecker Börde ist umgeben vom Hildesheimer Wald im Osten und dem Ith im Westen. Im Süden grenzen die bewaldeten Höhenzügen Thüster Berg, Külf und Sieben Berge an. Die wellige Landschaft mit ih-ren ständigen Höhenunterschieden fordert vom Radler eine gute Kondition. Sehr gut ist der Unterschied zwischen der fruchtbaren Börde und den bewaldeten, nicht urbaren Höhenzügen zu erkennen, von denen im Laufe der Zeit fruchtbarer Lössboden in die Täler geschwemmt wurde. Löss besteht aus feinsten Bodenteilchen mit sehr gutem Wasserspeichervermögen und einer hohen Anzahl an Bodenmineralien, die gute landwirtschaftliche Erträge ermöglichen. Die Saale und ihre Nebenbäche Akebeke und Heinser Bach entwässern die Esbecker Börde in die Leine. Ihre von Weiden und Erlen gesäumten Ufer sind neben den Lindenalleen und den wenigen Feldgehölzen die einzigen Bäume in dieser ansonsten waldfreien, vom Ackerbau bestimmten Landschaft. Das Weserbergland Thüster Berg, Osterwald, Sieben Berge und Ith, die Sie auf Ihrer gesamten Tour umfahren, und weitere Höhenzüge des sich nach Süden fortsetzenden Weserberglandes wurden in der "saxonischen Gebirgsbildung" vor 170 Millionen Jahren, in dessen Verlauf die meisten mitteleuropäischen Gebirge entstanden, in typischer Südost-Nordwest-Richtung aufgefaltet. Allerdings waren die genannten Berge des Weserberglandes lange Zeit nicht die höchsten Erhebungen. Sie wurden überragt von weicheren Gesteinsschichten, deren Abtragung vor etwa 80 Millionen Jahren begann. Die ehemaligen Täler schauen also heute auf die früheren Gipfel herab, Geologen nenne einen solchen Prozess "Reliefumkehr". Das Weserbergland ist mit seinen bewaldeten Höhenzügen die bergigste und steilste Landschaft der Städtenetz-Region. Auf den meist kalkreichen Höhenzügen finden auch anspruchsvolle Baumarten wie Buche, Esche, Ahorn und Linde gute Bedingungen. In den Tälern lagerten sich im Laufe der Zeit mächtige Schichten fruchtbaren Lössbodens an, die eine einträgliche und intensive Landwirtschaft ermöglichen. Aufgrund der herausragenden Bodengüte entstanden vielerorts enge Haufendörfer wie sie für fruchtbare Regionen typisch sind. Die interessantesten Stationen zwischen Hildesheim und Hameln Zuckerfabrik in Nordstemmen Zwei Jahre lang konnten sich die Nordstemmener Landwirte nicht über den Bau einer eigenen Zuckerfabrik einigen, obwohl die aufstrebende Zuckerindustrie zur damaligen Zeit eine Boombranche war. Kolonialzucker aus Übersee war gerade erst mit hohen Einfuhrzöllen belegt worden. So gab es 1865, als die Nordstemmener Zuckerfabrik schließlich ihre Produktion aufnahm, insgesamt 295 weitere im Gebiet des Deutschen Bundes. Heute sind im weiteren Umkreis keine größeren Anlagen mehr vorhanden, die "Union-Zucker" ist für die Landwirte der Umgebung der einzige ortsnahe Abnehmer. Wegehaus in Nordstemmen Der "Hellweg", die wichtigste historische Verbindung von Flandern nach Osteuropa, führte bei Poppenburg über die Leine und in Nordstemmen weiter über die heutige "Hauptstraße". Um Wegezoll zu kassieren, wurden vielerorts Wegehäuser mit Schlagbäumen gebaut. Eines dieser Häuser ist in Nordstemmen, wenige Meter vom Tourenverlauf entfernt, erhalten. Nach dem Bau der Eisenbahnverbindung Nordstemmen-Hildesheim 1853 nahm der Reiseverkehr auf der Straße stark ab, so dass 1875/ 76 der Schlagbaum aufgehoben und das Wegehaus zum Wohngebäude umfunktioniert wurde. Poppenburg Auf der Bundesstraße 1 überqueren Sie die Leine, die jahrhundertelang die Grenze zwischen dem Fürstentum Calenberg und dem Bistum Hildesheim bildete, und folgen dem ehemaligen "Hellweg". Schon 1291 wird in einer Urkunde an dieser Stelle eine Fähre und eine Brücke über die Leine erwähnt. Die Poppenburg war zu Zeiten, als auf dem Hellweg starker Betrieb herrschte, Etappen- und Versorgungsstation. Als Grenzfestung diente sie der Sicherung der Fernstraße zwischen Hildesheim und Paderborn und des Leineübergangs. Gutshöfe und Rübenburgen In Börden, wo die Menschen gut von der Landwirtschaft leben konnten, wuchs auch unter der Landbevölkerung allmählich der Wohlstand. Bauern mit großen Ländereien, die vor allem durch Zuckerrüben ein sehr gutes Einkommen hatten, zeigten ihren Reichtum auch nach außen. Wohnhäuser, die verkleinerten Gutshöfen ähnelten und darum im Volksmund "Rübenburgen" genannt wurden, schossen aus dem Boden. Stallungen für das Vieh und große Scheunen für die Ernte wurden entgegen der Tradition separat gebaut. Entlang der Strecke können Sie manche Rübenburg sowie Gutshöfe in Spiegelberg, Heinsen oder Sehlde entdecken. Thüster Berg Zwischen Ahrenfeld und Salzhemmendorf geht es immer am Hangfuß des Thüster Berges entlang. Von hier aus bietet sich ein herrlicher, weiter Blick über die Esbecker Börde mit ihren typischen Haufendörfern. Auf der anderen Seite des Thüster Berges, am Südhang, werden die für die niedersächsische Kalkindustrie so wichtigen Kalksteine aus dem "Korallenolith" des Jura abgebaut. Kreuzstein in Salzhemmendorf Unter dem Begriff Kreuzstein werden mittelalterliche Denkmale für Menschen zusammengefasst, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Oft sind es Sühnesteine, die vom Totschläger für das Opfer aufzustellen waren. Das Beispiel an der Kirche in Salzhemmendorf zeigt auf der Vorderseite eine Kreuzigungsszene: Christus zwischen Maria und Johannes. Auf dem Schaft sind Hammer und Zange zu erkennen. Dies scheint eine Überlieferung zu bestätigen, wonach ein Schlosser, der im Zorn seinen Gesellen erschlug, diesen Stein aufstellen musste. Ith Der Ith erstreckt sich von Coppenbrügge in südöstlicher Richtung über eine Länge von etwa 22 Kilometern. Der aus Jurakalken gebildete Bergzug erreicht mit dem Krüllberg Höhen von 438 Metern. Mit seinem schmalen Grat und seinen eigenartigen Felsbildungen ist der Ith im Weserbergland einzigartig. An seinen Hängen haben sich Felsen gebildet, die im Volksmund "Adam und Eva", "Kamelskopf", "Wackelstein" oder "Mönchsstein" genannt werden. Besonders schön ist der Berg bei einer Wanderung im Frühling. Viele unterschiedliche im zeitigen Frühjahr blühende Pflanzen wie Buschwindröschen, Lerchensporn, Aronstab oder Goldnessel bedecken den Boden. Diese Fülle landschaftlicher Besonderheiten wird im Naturschutzgebiet "Naturwald Saubrink/ Oberberg" geschützt. Mit seinen örtlich auftretenden Ahorn-Eschen-Schluchtwäldern ist es weit und breit einzigartig. Hellweg Zwischen Marienau und Coppenbrügge geben Straßenschilder Hinweis auf einen der bedeutendsten historischen Fernwege Deutschlands. Mindestens seit dem Frühmittelalter führte der "Hellweg", der Vorläufer der heutigen Bundesstraße 1 als wichtigste Handelsstraße von Köln über Soest, Paderborn, Hameln und Hildesheim bis in die Magdeburger Börde und weiter bis nach Königsberg. Transportiert wurden u. a. Erze aus dem Harz, Tuche aus dem Duisburger Rheinhafen und Salz aus Salzhemmendorf. Haufendorf Bessingen Bessingen weist die charakteristische Siedlungsform eines Haufendorfes auf, die in landwirtschaftlichen Gunsträumen typisch ist. Haufendörfer sind dadurch gekennzeichnet, dass die Häuser durch jüngere Neuansiedlungen dicht zusammengewachsen sind. Grund war die besondere Bodenfrucht-barkeit solcher Gebiete, in denen auch zweit- und drittgeborenen Söhnen erlaubt werden konnte, einen Hof zu gründen und zu heiraten. Gaststätten zwischen Hildesheim und Hameln Zur Linde, Hauptstr. 14, Emmerke, Tel. (05121) 62234, Mo-Sa 9-12.30 u. ab 14.30, So 9-12.30 u. ab 17. Bauernschänke, Akazienstr. 7, Klein Escherde, Tel. (05069) 2311, Mo-Sa ab 17. Nobiskrug, Stöckumerstr. 1, Nordstemmen, Tel. (05069) 2679, Mo-Do, Sa 7-15 und 17-23, So 10-15. Thermalbad Restaurant, An der Saaleaue, Salzhemmendorf, Mo-So 11-22. Restaurant Felsenkeller, Felsenkellerweg 11, Coppenbrügge, Tel. (05156) 234, Mi-So 11.30-14, u. 17-22, Sa nur Gruppenreservierungen. Tipps für Radfahrer zu Reparatur und Verleih Hameln (Auswahl) Bauherr, Alte Marktstr. 25, Tel. (05151) 41522. Kühne, Friedrichseiche 20, Tel. (05151) 22444. Troche, Kreuzstr. 7, Tel. (05151) 13670. Gesicherte Fahrradparkplätze gibt es in der Tiefgarage der Rattenfängerhalle und im Parkhaus Kopmandshof für Fahrrad und Gepäck. Geöffnet: Mo-Do 6.30-23, Fr-Sa 6.30-24, So 9-21. Hildesheim (Auswahl) Dammann, Dammstr. 39, Tel. (05121) 35754. Holgers Zweiradhandel, Gartenstr. 16, Tel. (05121) 39493. MEGA Fahrrad Center, Barienroder Str. 1, Tel. (05121) 266486. Fahrzeug WITZEL, Osterstr. 7, Tel. (05121) 35282. Seit Frühjahr 2000 steht im Parkhaus der Andreaspassage ein Fahrradkäfig bereit, in dem Räder geschützt abgestellt werden können.
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