| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Hannover |
| Streckenverlauf: | Hannover, Lehrte, Peine |
| Ziel: | Peine |
| Länge: | 46,74 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte, 1:75,000, RC30 |
| Kontakt: | kontakt@adfc.de www.adfc.de |
Tour zwischen Hildesheimer Börde und der Burgdorf-Peiner-Geest

Tour 2 führt Sie in Hannover durch den Stadtwald "Eilenriede", vorbei am Tiergarten und weiter Richtung Anderten und Ahlten. Durch das "Große Freie" geht es zum ehemaligen Verkehrsknotenpunkt Lehrte, immer entlang der Übergangszone zwischen Hildesheimer Börde und Burgdorf-Peiner-Geest. Sie durchfahren den Hämeler- und den Hainwald, das alte Grenzdorf Eixe mit dem Eixer See und erreichen durch die Fuhseaue schließlich Peine. Die Hildesheimer Börde Zwischen Hannover und Lehrte durchfahren Sie die nördlichen Ausläufer der Hildesheimer Börde, eine der fruchtbarsten Regionen Deutschlands. Ihre natürlichen Grenzen verlaufen im Westen entlang der Leine, im Norden schließt die Burgdorf-Peiner-Geest an, wobei der Verlauf des Mittellandkanals ungefähr die Grenze markiert. Im Süden beginnt der Hildesheimer Wald und im Osten geht sie langsam in die Magdeburger Börde über. Grundlage für die hohen landwirtschaftlichen Erträge der Hildesheimer Börde sind die mächtigen "Schwarzerden". Schwarzerden sind fruchtbare dunkle Böden, frei von Steinen und leicht durchwurzelbar. Die dunkle Farbe erhöht die Temperatur des Bodens und verlängert so die Zeit, in der Pflanzen wachsen können. In den "Bodenzahlen" der Landwirte erreichen die Schwarzerden hier 100 von 100 möglichen Gütepunkten. Entsprechend liegt der Schwerpunkt in der Landwirtschaft im Anbau anspruchsvoller Ackerfrüchte. Weizen, Zuckerrüben und Raps nehmen riesige Schläge ein. Durchschnittlich werden 800 Gramm Weizen und 5,5 Kilogramm Zuckerrüben pro Quadratmeter geerntet - in Deutschland absolute Spitze. Wälder sind selten, einzelne Bäume, Sträucher und Hecken entlang von Wegen oder Bächen lockern das Landschaftsbild etwas auf. Enge Haufendörfer wie Lehrte oder Ahlten geben einen weiteren Hinweis auf die gute Fruchtbarkeit der Böden: Bauernhäuser wurden eng zusammen gebaut, um das kostbare Land nicht zu verschwenden. Die Burgdorf-Peiner-Geest Bei Ramhorst (30/F12) erreichen Sie die Burgdorf-Peiner-Geest. Sie wird begrenzt durch die Allerniederung im Norden, die Oker im Osten, die Hildesheimer Börde im Süden und die Hannoversche Moorgeest im Westen. Die Burgdorf-Peiner-Geest gehört wie die Hannoversche Moorgeest zur niedersächsischen Großlandschaft "Geest", die weite Teile Norddeutschlands bis hin nach Ostfriesland einnimmt. Gegenüber der Hildesheimer Börde nehmen größere, geschlossene Waldbestände wie der Hämeler- und der Hainwald zu. Außerhalb der Wälder geraten Weidezäune und die ersten "Schwarzbunten" ins Blickfeld. Die Landwirtschaft wird von der Viehhaltung bestimmt, der sichtbare Hinweis auf ärmer werdende Böden, denn ansonsten wären hier Felder statt Wiesen und Weiden. Anspruchslose Ackerfrüchte wie Mais und Gerste, werden als Futtermittel für Schweine, Rinder und Milchkühe angebaut. Auf den sandigen, trockenen Feldern wächst im Frühjahr eine köstliche Besonderheit, die das Burgdorfer Land weit über seine Grenzen bekannt gemacht hat: Der Spargel. Alljährlich ab Mai kommt diese Spezialität frisch auf den Tisch. Eilenriede Sie verlassen die hannoversche Innenstadt durch die Eilenriede, deren Namensendung (Ried = mooriges Gebiet) ihre feuchten Böden verrät. Am Rande des Weges verlaufen kleine Gräben, die im Sommer kaum Wasser führen, im Winter aber randvoll sein können. Einige dieser Gräben sind Überreste der Hannoverschen Landwehr. Im 14. Jahrhundert, einer Zeit zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen, wurde sie zum Schutz der Stadt angelegt und dicht mit Dornensträuchern bepflanzt. Fahrende Händler sollten gezwungen werden, die wenigen Durchlässe wie am Pferdeturm oder am Döhrener Turm zu nutzen, um dort Zoll zu entrichten. Wälle und Gräben sollten zusammen mit Wachtürmen übermäßige Waldweide und Holznutzung verhindern, um den Waldbesitz der Stadt Hannover nicht zu beeinträchtigen. So durften im Herbst des Jahres 1779 nur 600 Schweine zur Bucheckern- und Eichelmast in die Eilenriede getrieben werden. Durch solche Verordnungen blieb den Hannoveranern einer der größten Stadtwälder Europas erhalten. Tiergarten Im Jahre 1679 wurde nordöstlich des Dorfes Kirchrode der Tiergarten angelegt. Ursprünglich diente er allein der Zucht von Rot-, Schwarz- und Damwild. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stieg er zum Ausflugsziel für die Hannoveraner auf. Radfahren und selbst das Schieben des Rades sind im Tiergarten nicht erlaubt. Mittellandkanal Der Mittellandkanal ist Niedersachsens verkehrsreichste Schifffahrtsstraße. Mit seinem Bau wurde 1906 begonnen, das Teilstück zwischen Hannover und Peine allerdings erst 1928 fertiggestellt. Anlass war, dem Ruhrgebiet im Osten neue Absatzmärkte zu erschließen. Der Mittellandkanal zweigt bei Rheine vom Dortmund-Ems-Kanal ab und erreicht nach einer Gesamtlänge von 325 Kilometern bei Magdeburg die Elbe. Von 1965 bis 2000 wurde sein Ausbau betrieben, bei dem das alte 33 Meter breite Muldenprofil im Raum Hannover zu einem 42 Meter breiten Rechteckprofil umgestaltet wurde, so dass sich nun zwei 2.000-t-Europaschiffe bei langsamer Fahrt sicher begegnen können. Das Große Freie In Ahlten gibt der Straßenname "Zum Großen Freien" Hinweis auf eine historische Besonderheit. Bis 1730 wurden unter diesem Namen die 13 Ortschaften Ahlten, Anderten, Bilm, Höver, Lehrte, Sehnde, Gretenberg, Rethmar, Evern, Dolgen, Haimar, Harber und Klein Lobke zusammengefasst, die über außergewöhnliche Sonderrechte verfügten: Jeder Einwohner der freien Dörfer durfte seinen Grundbesitz eigenmächtig verkaufen, Handel treiben, Bier brauen und Waffen tragen. Er brauchte keine Abgaben zu zahlen. Als Gegenleistung musste er jedoch dem Landesherrn in den Krieg folgen. Die Dörfer des "Großen Freien" sind typische Haufendörfer und liegen an der Grenze zwischen der armen Burgdorf-Peiner-Geest und der fruchtbaren Hildesheimer Lössbörde. Die Zugehörigkeit zum "Großen Freien" ist auch heute noch in den Wappen der Orte wiederzufinden, in deren oberen linken Feldern ein "Freienlöwe" dargestellt ist. Verkehrsknotenpunkt Lehrte (30/F12) Früher witzelten die Hannoveraner: "In Lehrte sind sie geboren? Ich dachte, da kann man nur umsteigen!" Grund war der Ausbau des ehemaligen Bauerndorfes nach 1842 zum überregionalen Verkehrsknotenpunkt. Hier trafen sich die Nord-Süd- und West-Ost-Linien der Eisenbahn und brachten viele Reisende und riesige Gütermengen nach Lehrte. 1898 erhielt der "größte Wartesaal" Norddeutschlands endlich Stadtrechte. Wo geht`s nach Lehrte? Hämelerwald Die zusammenhängenden, meist aus Buchen bestehenden Laubwälder des Hämelerwaldes sind als Landschaftsschutzgebiet mit überregionaler Bedeutung ausgewiesen. Die besondere Eigenart der Buche liegt in ihrer hohen Schattenverträglichkeit, durch die andere Baumarten, die das Licht bevorzugen, unterdrückt werden. In den dunklen Buchenwäldern Germaniens vermuteten schon die Römer grauenhafte Orte, die von zivilisierten Menschen besser gemieden wurden. Ist der Buchenwald weniger dicht, haben wie hier im Hämelerwald auch Eichen und Birken eine Chance. Grenzdorf Eixe (30/F15) Eixe war jahrhundertelang Grenzdorf zwischen Bezirken des Bistums Hildesheim und des Fürstentums Celle-Lüneburg. 1884 wurden die beiden angrenzenden Bezirke zum Landkreis Peine zusammengefasst und das Grenzdorf an der Fuhse verlor seine historische Bedeutung. Die Fuhse war in früheren Zeiten, als Wassermühlen noch häufig waren, Grund für einige Reibereien. Um den von Mühlenbesitzern eingezogenen Wegezoll zu sparen, überquerten Fuhrleute den Fluss über entfernt liegende Furten. Verärgerte Mühlenbesitzer stauten daraufhin das Wasser so hoch an, dass bis Peine die Wiesen überflutet wurden. Eixer See (30/F14) Nach Ende des Kiesabbaus ist der Eixer See zum Naherholungsgebiet ausgebaut worden. Er bietet flache Sandstrände, eine Beachvolleyballanlage und einen Kiosk. Er ist mit dem Fahrrad bequem zu erreichen und erfreut sich großer Beliebtheit. Bei gutem Wetter sollten Sie die Gelegenheit zu einer kleinen Erfrischung nutzten! Grenzstein Mitten auf einem Acker, nahe des Gasthauses Sundern, steht ein alter Grenzstein mit der Aufschrift P und M. Die Buchstaben weisen auf die Grenzfestlegung von 1725 bis 1740 zwischen dem Amt Meinersen im heutigen Landkreis Gifhorn und dem Amt Peine hin. Gaststätten zwischen Hannover und Peine Meyers Hof im Zoo, Adenauerallee 3, Hannover, Tel. (0511) 856266203, Tägl. 18-24. Alte Mühle, Hermann-Löns-Park 3, Hannover-Kirchrode, Tel. (0511) 559480, Mo, Mi-Sa 10-23, So 9-22. Ausflugsgaststätte "Waldsee", Am Waldsee 1, Hämelerwald, Tel. (05175) 4767, Mo-Fr ab 15, Sa ab 14, So ab 10. "Zur Landwehr", Burgdorfer Str. 28, Vöhrum, Tel. (05171) 929507, Di-So ab 11. Eixer "Seeblick", Sundernweg 41, Peine, Tel. (05171) 292842, Mo-Fr ab 11.30, Sa-So ab 10. Gasthaus "Zum Sundern", Sundern 1, Peine, Tel. (05171) 15589, Di-Sa ab 15, So ab 10. Hotel "Schützenhaus", Kantstr. 1a, Peine, Tel. (05171) 77960, Mo-So ab 10, So ab 14 geschlossen. ...zur Strecke Vom Hauptbahnhof in Hannover fahren Sie zum Stadtwald Eilenriede. Ab hier folgen Sie dem Hinweisschild mit der roten Libelle. Nachdem Sie die Brücke über den Schnellweg überquert haben - der einzigen steilen Stelle der Tour - folgen Sie dem roten Symbol mit dem Baum, bis Ihnen ein Richtungspilz den Weg nach Lehrte weist. Ab Lehrte finden Sie den Weg anhand der Karte. ...zu Reparatur und Verleih Hannover (Auswahl) FLITZ SPORT, Lister Meile 25, Tel. (0511) 3481600. Radhaus Schauerte, Hildesheimer Str. 53, Tel. (0511) 8039947. SANDVOSS, Stöckener Str. 135, Tel. (0511) 791639. Bothfelder Fahrrad-Shop, Sutelstr. 48, Tel. (0511) 6490939 Fahrrad-Land, Deisterstr. 52, Tel. (0511) 4583360. Fahrradverleih Werkstatt Treff Vahrenheide, Lilienthalstr. 12, Tel. (0511) 633293. Drahtesel, Volgersweg 58, Tel. (0511) 3481512. 2-Rad-Hof Buchholz, Schierholzstr. 112, Tel. (0511) 592259. Peine Hotopp Zweiräder, Feldstr. 21a, Tel. (05171) 52259. Schäfer, Zum Eichholz 1, Tel. (05171) 2833.
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