| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Stauffenburg |
| Streckenverlauf: | Badenhausen, Gittelde |
| Ziel: | Stauffenburg |
| Länge: | 17,32 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte 1:75.000, RC27 |
| Kontakt: | Landkreis Osterode am Harz Postfach 1451 37504 Osterode am Harz Tel. 05522/960-0 Fax. 05522/960-333 kreishaus@landkreis-osterode.de www.landkreis-osterode.de |
Tour in den Nordwesten des Landkreises Osterode

Im Nordwesten des Landkreises liegt Badenhausen. Erste Erwähnung fand der Ort, als Kaiser Otto Badenhausen 968 an die Magdeburger Kirche verschenkte.
Die Hindenburg aus dem 12. -16. Jh., auch Hünenburg genannt, liegt auf einem steilen Sporn der Kalkberge über dem Sösetal im Süden des Ortes. Ruinen der Burg mit Mauerresten, die einen guten Eindruck von der Anlage vermitteln, sind noch erhalten. Sie schützte einst den erzbischöflichen Besitz.
Im benachbarten Windhausen, erstmals urkundlich 1234 erwähnt, lebten einst Ritter auf der gleichnamigen Burg. Das Gelände um die Burgruine aus dem 14.-16. Jahrhundert, heute "Alte Burg" genannt, steht wegen des alten Baumbestandes und einer wertvollen verwilderten Tulpenwiese unter Naturschutz. Im Ort steht zudem ein altes Gesindehaus aus dem 17. Jahrhundert.
Am Bahnhof vorbei fährt man nach Gittelde, eine der ältesten Siedlungen des Landkreises und vermutlich fränkischen Ursprungs. Im 10. Jahrhundert wurde Gittelde Außenhof der Königspfalz Pöhlde. Altes Mauerwerk, das noch aus jenen Zeiten stammen könnte, bildet den Grundstock der erhöht angelegten Johanniskirche. Noch 1240 wird sie als "Burgkapelle" bezeichnet. Bereits seit 953 entstand wegen der großen Silber-, Kupfer- und Eisenerzvorkommen in näherer Umgebung unter Kaiser Otto eine königliche Münzstätte (bis 17. Jahrhundert). Gittelde unterstand dem Mauritiuskloster in Magdeburg und bekam Markt- und Zollrechte zuerkannt.
Die Mauritiuskirche wurde als Kaufmannskirche am Ende der als Einstraßenmarkt dienenden langen Straße errichtet.
Im 16. Jahrhundert erfolgte eine erneute Blüte als Mittelpunkt der Eisenverhüttung. Es existierten allein 26 Stahlschmieden in diesem Raum. Zerstörungen im 30jährigen Krieg und ein Großbrand läuteten einen allmählichen Niedergang ein, im 19. Jahrhundert wurden die letzten Hüttenbetriebe geschlossen.
Die Bergmanns- und Waldarbeitersiedlung "Im Grunde", zugehörig zu Gittelde, wurde später abgespalten und hat heute als Bad Grund in seiner Größe und Bedeutung Gittelde weit überholt.
An ein romanisches Burgportal erinnert das Mundloch des Ernst-August-Stollens in Gittelde. Dieser mit 32 km längste Wasserlösungsstollen des Harzes, erbaut von 1851 bis 1864 und eine markscheiderische Meisterleistung, sicherte den Grubenbetrieb des Erzbergbaus in Clausthal, Bockwiese und Lautenthai bis 1930, in dem er die Wasser in einer Tiefe von 360 m aus den Grubenbauen an den Harzrand abführte ("löste").
Die Stauffenburg weiter nördlich dient, obwohl heute nicht mehr zum Landkreis gehörend, noch immer den Gitteldern als Feststätte. Sie wurde im 11. Jh. erbaut und löste den Königshof in Gttelde ab. Bald kam sie in weifischen Besitz. Im 18. Jahrhundert begann ihr Zerfall, sie wurde lange als Steinbruch genutzt. Zu sehen sind Reste des Bergfrieds und der Toranlage sowie eine sehr alte Gerichtslinde. Im 16. Jh. fungierte sie als "Liebesnest" des Herzogs von Wolfenbüttel. Dessen Frau wollte seine Geliebte, Frau von Trott, nicht länger dulden. Daraufhin inszenierte er ein Scheinbegräbnis und ließ sie lebend im Sarg zur Stauffenburg tragen.
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