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Vorbei an Burgen und Mühlen

Rubrik:Regionales Radwandern
Streckenverlauf:Bad Bodenteich, Suhlendorf, Wieren
Länge:36,53 km
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, CR7 Nordostniedersachsen
Kontakt:Tourismuskreis Uelzen e.V.

Postfach 1136
29501 Uelzen

Tel. 0581/73040
Fax. 0581/72384

tourismuskreis-uelzen@t-online.de
www.uelzen.de/tourismus

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Informationen zur Tour

Rundtour zu den sehenswertesten Burgen und Mühlen der Region Uelzen

Den Rundkurs wollen wir in Bad Bodenteich beginnen. Die Burg Bodenteich wurde um 1250 als Wasserburg der Ritter von Bodendike errichtet. Aus dieser Zeit stammt noch der Rest eines Feldsteinturms mit acht Metern Durchmesser im Burgkeller. Nach dem Verkauf an die Lüneburger Herzöge 1323/1328 blieb die Burg vom 14.-19. Jahrhundert im Besitz des Landesherrn. Von hier aus wurde das grosse Amt Bodenteich verwaltet, das im 17. Jahrhundert zwei Drittel des heutigen Kreises Uelzen umfaßte. Der teilweise noch erhaltene Bergfried aus dem 14./15. Jahrhundert (Mauerstärke 3,50 m) dient heute als Aussichtsplattform.

Heute besteht die Burg Bodenteich aus dem noch erhaltenen Amtshaus einschließlich Fachwerkflügel, dem 8,50 m hohen Rest des alten Bergfriedes und dem im Jahr 1993 rekonstruierten Backhaus. Im Amtshaus befindet sich das "Kleine Burgmuseum". Hier werden archäologische Ausgrabungsfunde, Informationen zur Geschichte von Burg, Amt und Flecken Bad Bodenteich sowie weitere Schätze der Region präsentiert. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen und zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen finden in der Burg und im umliegenden Gelände statt.

Wir fahren nun in Richtung Schafwedel. In der Nähe von Schorstorf (bei Flinten) fanden Archäologen Spuren mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Verkehrswege.

In Schafwedel existieren noch Reste einer mittelalterlichen Landwehr aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Diese Landwehr war eine Nebenzollstelle für den kleinen Grenzverkehr zwischen dem Fürstentum Lüneburg und der Altmark. Landwehren begrenzten die Territorien; von kleinen Wachtürmen aus konnten die Reisenden kontrolliert und Zoll kassiert werden.

Nun fahren wir weiter und kommen nach Soltendieck. Als ältestes "Bauwerk" in Soltendieck gilt der historische Steinbackofen, den selbst der Soltendiecker Brand von 1898 nicht zerstören konnte. Das am Backofen angegebene Entstehungsjahr 1770 ist aber nicht belegt. Als in den 60er Jahren der Steinbackofen nicht mehr benutzt wurde, drohte er mitsamt der Überdachung zu verfallen. Im Jahr 1973 wurde er jedoch wieder hergerichtet. Alljährlich ist der Ofen Mittelpunkt des Soltendiecker Backofenfestes.

Wir fahren weiter und erreichen Suhlendorf, in dem das Handwerksmuseum am Mühlenberg beheimatet ist. Die im Stil eines niederdeutschen Hauses erbaute Halle bildet den Kern der Suhlendorfer Museumsanlage. Sie wurde 1973/74 zur Aufnahme einer Mühlenmodellausstellung errichtet. In der großen Ausstellungshalle wird das Müllerhandwerk mit vielen Modellen und Exponaten eindrucksvoll dargestellt. Sehenswert ist auch die Ausstellung einzelner Handwerksberufe der Region.

Dann kommen wir nach Klein Ellenberg, in dessen Nähe sich der Ilkenberg (Hilgenberg) befindet, der "Heilige Berg" - ein Geländedenkmal von kulturhistorischer Bedeutung. Vor der Christianisierung dieser Region spielte der Ilkenberg als Versammlungs- bzw. Opferstätte eine zentrale Rolle in dieser Gegend. Später machten die Germanen den Ilkenberg zu einer ihrer Kultstätten. Zu Beginn des Christentums (Ende 9. Jahrhundert), vielleicht aber auch schon zur Zeit Karls des Großen (768-814), wandelte man die Kultstätte in einen christlichen Kirchplatz um, um hier in Anlehnung an die alten Kulthandlungen die Gottesdienste im Freien abzuhalten. Mit dem Bau einer Kirche in Suhlendorf verlor der "Heilige Berg" an Bedeutung. Im Laufe der Zeit wurde ein Teil des Ilkenbergs zur Kiesförderung abgetragen.

Nun fahren wir Richtung Wieren weiter und kommen durch Kroetze. In diesem kleinen Ort findet man eine Wassermühle aus dem Jahre 1550. Die Mühle wurde zuletzt durch Turbinen angetrieben, ihre Technik ist noch vollständig erhalten.

Dann erreichen wir Wieren. Die ev. St.-Jakobus-Kirche präsentiert sich als neugotischer Ziegelbau mit eingesetztem Natursteinmauerwerk, Putzblenden und -flächen (1909-11). Sie beherbergt einen wertvollen Renaissance-Altar mit Kreuzigungsbild und eine Pietà. Die Alte Kirche in Wieren stammt aus dem 12. Jahrhundert und besitzt einen Fachwerkturm mit Holzverschalung. Das Kirchenschiff besteht aus grob gehauenen Findlingen, der Chorraum entstand aus Backsteinmauerwerk. In Wieren befindet sich noch die alte Wassermühle aus dem Jahre 1330, zuletzt angetrieben durch Tubinen.

In direkter Nähe zu Wieren liegt das Landschaftsschutzgebiet "Wierener Berge", ein Endmoränenzug aus der Saale-Eiszeit (235.000 bis 125.000 vor Christus). Riesige Gletscher trugen Steine und Sand aus Skandinavien und vom Boden der Ostsee nach Norddeutschland und lagerten sie hier in einer Schicht von rd. 100 m ab. Sie präsentieren sich heute als flechten- und moosreiche Kiefernwälder. Diese wachsen auf Flächen, die noch bis etwa 1900 von Heide bedeckt waren. Ein markierter Wanderweg führt ab Klein London durch die reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft.

Nun geht es nach Bad Bodenteich zurück, wo diese Rundtour endet.

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Urheber: © Tourismuskreis Uelzen e.V.

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