| Rubrik: | Regionales Radwandern |
|---|---|
| Streckenverlauf: | Uelzen, Hösseringen, Veerßen |
| Länge: | 44,36 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, CR7 Nordostniedersachsen |
| Kontakt: | Tourismuskreis Uelzen e.V. Postfach 1136 29501 Uelzen Tel. 0581/73040 Fax. 0581/72384 tourismuskreis-uelzen@t-online.de www.uelzen.de/tourismus |
Tour zu einem landwirtschaftlichen Freilichtmuseum mit alten Bauten der Lüneburger Heide

In Uelzen (12/E+F 8+9) beginnt die Tour. Ältestes Wahrzeichen der Stadt ist die St.-Marien-Kirche, die 1292 zur Pfarrkirche erhoben wurde. Etwa ein Jahrhundert wurde für den Bau der gotischen Hallenkirche benötigt. Bemerkenswert sind der spätmittelalterliche Annenaltar in der sogenannte Ellerndorfkapelle sowie ein Tafelbild, das zu einem Renaissance-Epitaph gehörte und die älteste Darstellung eines Uelzener Bürgermeisters aus dem 16 Jh. zeigt. 1901 schuf der Kirchenbaumeister C.W. Hase den Altar und die Kanzel in neugotischer Form. Die barocke Turmhaube der Kirche wurde 1945 zerstört und neun Jahre später in moderner Form wiedererrichtet.
Im Jahr 1598 wurde das Hansekontor des Stallhofes von Königin Elisabeth I. in London geschlossen. Valentin von Horn, Sohn eines Uelzener Bürgermeisters, brachte daraufhin den Tafelaufsatz des "Goldenen Schiffes" nach Uelzen. Seither ist es in der St.-Marien-Kirche zu sehen. Der Kupferkern des Schiffes ist vergoldet und mit zahlreichen Gemmen verziert.
Die Tour führt uns dann nach Wrestedt (12/G9), wo noch eine Wassermühle aus dem Jahr 1666 steht, die als Wohnmühle ausgebaut wird.
Sie verfügt über ein Wasserrad zur Stromerzeugung.
Bemerkenswert ist auch das Gutshaus von Lenthe, ein klassizistischer Bau aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Wir setzen unsere Fahrt in Richtung Stadensen (12/H9) fort.
In direkter Nähe zu Stadensen, Wrestedt und Suderburg liegt ein großes Landschaftsschutzgebiet, zu dem das "Bornbachtal", der "Blaue Berg" und das "Hardautal" gehören.
Feuchtbiotope, Wiesen, Weiden Hecken und Waldstücke prägen diesen Landstrich.
In Stadensen befinden sich zwei Beispiele alter Mühlentradition: Die Hofmühle aus dem Jahr 1777 (ohne jegliche Technik) und die Neumühle von 1817, deren Wasserrad und Turbine zur Stromerzeugung genutzt werden.
Sehenswert ist auch die "Stonser Kunstdeel" in Stadensen (falls geschlossen, bitte im Cafe Bornbachtal nachfragen).
Danach geht es weiter zum Museumsdorf Hösseringen (12/H7).
Das Museumsdorf Hösseringen ist ein landwirtschaftliches Feilichtmuseum mit alten Bauten der Lüneburger Heide, die hierher umgesetzt wurden. Ca. 20 Gebäude, die zu mehreren Höfen geordnet sind, geben Eindrücke vom Leben und Arbeiten der Menschen in der Zeit von 1600 bis 1900.
"Der Brümmerhof" von 1644 ist das Kernstück des Freilichtmuseums.
Mit seinem beeindruckenden Haupthaus und den zahlreichen Nebengebäuden zeugt er beispielhaft, wie eine großbäuerliche Wirtschaft der Lüneburger Heide ausgesehen hat.
Ständige und wechselnde Ausstellungen im Museum informieren über ländliche Wirtschaften (z. B. Imkerei, Schafhaltung, Landtechnik), präsentieren aber auch andere, aktuell wechselnde Themengebiete.
Im Museumsfreigelände wird in der Dauerausstellung "Steinreiche Heide" die Verwendung und Bearbeitung von Findlingen im Laufe der Geschichte gezeigt.
In unmittelbarer Nähe des Museumsdorfes befindet sich der "Landtagsplatz" (12/H7).
Hier fanden von 1532 bis 1652 regelmäßig die Landtage des Fürstentums Lüneburg - unter freiem Himmel - statt.
Der Waldgeschichtspfad ist ein Rundwanderweg (3,2 km) in dem nahe gelegenen Waldstück "Schooten".
An zehn Stationen mit Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde erhält man Informationen zur wechselhaften Geschichte des Waldes, seiner Nutzung durch den Menschen und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Region.
Danach geht es weiter zum Hardausee bei Hösseringen (12/H7), der 1971 durch das Aufstauen des Flusses "Hardau" entstanden ist. Der See hat eine Wasserfläche von 78.000 qm. Die Hardau selbst entspringt heute etwa 3 km oberhalb Hösseringens in der Hösseringer Heide, einem Endmoränenzug aus der Saale-Eiszeit (ca. 235.000 - 125.000 v. Chr.)
Der Hardausee bietet neben einem Rundwanderweg - bei wärmeren Temperaturen - Möglichkeiten zum Schwimmen, Angeln, Bootfahren oder Sonnenbaden.
Weiter geht die Fahrt und wir kommen nach Suderburg (12/G7), das vermutlich schon seit fast 1000 Jahren existiert.
Ursprünglich stand hier eine Burg, die Suderburg, nach der der Ort benannt worden ist.
Ein Rest dieser alten Schutzburg ist der noch erhaltene Turm. Dieser Turm wurde um 1000 n. Chr. aus Feldsteinen gebaut. Im Jahr 1753 erneuerte man die angegliederte Kirche - es entstand die St.-Remigius-Kirche, ein kreuzförmiger Saalbau im Fachwerkstil.
Der ehemalige Burgturm wird noch heute als Kirchturm genutzt.
Bemerkenswert im Innern der Kirche ist der barocke Kanzelaltar.
Wir setzen die Fahrt fort und erreichen Holxen. Die Wassermühle Holxen (12/G8) ist um 1765 erbaut worden. Im Jahr 1983 wurde sie restauriert. Die Mühle besitzt bis heute ein 4 m großes, funktionstüchtiges Mühlenrad.
Dann geht es weiter zum Schloss Holdenstedt (12/G8), das im 18. Jahrhundert (1700-1708) auf den Überresten eines Renaissance-Wasserschlosses entstand.
Seit 1985 ist hier das Heimatmuseum Uelzen eingerichtet.
Dabei sind u.a. eine Sammlung der bürgerlichen Wohnkultur (Möbel, Silber und Zinn) und alle Objekte der Kleinkunst, die in die jeweilige Epoche von der Renaissance im 16. Jahrhundert bis zum Jugendstil um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) gehören, die Ausstellungsschwerpunkte.
Ferner befindet sich hier auch die bedeutende Gläsersammlung Röver, die diese Jahrhunderte mit zahlreichen Gläser aller Formen - vom Prunkpokal bis hin zum mundgeblasenen Einmachglas - repräsentiert.
Besonders sehenswert ist die ur- und stadtgeschichtliche Abteilung des Museums in der benachbarten ehemaligen Mühle. Eindrucksvoll sind alte Baumbestand im Schlosspark und die noch natürlich mäandrierende Hardau in direkter Nähe des Schlosses.
Der Chor der nahen Nicolai-Kirche stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. Das Kirchenschiff und der massige Westturm wurden im Jahr 1690 erbaut. Bemerkenswert sind Altar und Tauffünte (Taufstein oder Taufbecken) des Gotteshauses. In der ehemaligen Patronatskirche befindet sich die Grablege der Familie von der Wense.
Bevor wir nach Uelzen zurückkehren, wo diese Tour dann endet, kommen wir nach Veerßen (12/F8).
Die ev. Marienkirche in Veerßen ist ein gotischer Backsteinbau mit einem Fachwerkturm aus dem 14. Jh.
1611 wurde der Bau nach Westen hin erweitert. Bemerkenswert ist die geschnitzte Kreuzigungstafel von 1490. Die Glasmalereien nehmen Bezug auf die Reformation im Lüneburger Land und zeigen Uelzener Bürgerwappen (1524). In der Marienkirche befindet sich die Grablege der Familie von Estorff.
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Urheber: © Tourismuskreis Uelzen e.V.