| Rubrik: | Regionales Radwandern |
|---|---|
| Streckenverlauf: | Uelzen, Woltersburg, Veerßen |
| Länge: | 40,09 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, CR6 Nordheide |
| Kontakt: | Tourismuskreis Uelzen e.V. Postfach 1136 29501 Uelzen Tel. 0581/73040 Fax. 0581/72384 tourismuskreis-uelzen@t-online.de www.uelzen.de/tourismus |
Tour durch die archäologisch interessante Region Uelzen

Uelzen (12/E+F 8+9)
Die über 700 Jahre alte Stadt Uelzen ist heute wirtschaftliches und kulturelles Zentrum eines überwiegend landwirtschaftlich orientierten Umlandes. Seinen Ursprung hat Uelzen im heutigen Stadtteil Oldenstadt, wo im 10. Jahrhundert ein Kloster entstand. Um 1250 gründeten Bürger auf der anderen Seite der Ilmenau eine neue Stadt. Zur Hansezeit war Uelzen ein wichtiger Handelsplatz. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Uelzen zu einer aufstrebenden Kleinstadt mit rund 36.000 Einwohnern.
Oldenstadt (12/E9)
Die ehemalige Klosterkirche St. Johannis des Täufers ist das älteste Bauwerk im Kreis Uelzen und stammt aus dem 12. Jh. Die Kirche ist die einzige Feldsteinbasilika in Deutschland. Vor rd. 1000 Jahren bestätigte Kaiser Otto II. (am 6. Juni 973/74) ein gemeinsam mit dem Bischof Bruno gegründetes Kanonissenstift in Ullessen. Bruno ersetzte auf dem zum Bistum Verden gehörigen Begräbnisplatz die Holzkirche durch eine Steinkirche. Nach der Umwandlung des Stifts in ein Mönchskloster (1133/37) bauten Benediktiner die 3. Kirche als romanische Basilika, in Kreuzform und dreischiffig. 1520 wurde der Konvent aufgelöst. Bemerkenswert sind u. a. der Vierungsturm mit Wetterfahne und das Langhaus. Im Innern der Kirche befinden sich u. a. eine Orgel, ein Taufengel und wertvolle Buntglasfenster aus dem beginnenden 20 Jh.
Von dem in der 2. Hälfte des 10 Jh. gegründeten Klosters und der dort entstandenen Marktsiedlung ausgehend, begann die Stadtentwicklung von Uelzen. Archäologen stießen in den 70er Jahren in Oldenstadt auf Reste einer mittelalterlichen Wallanlage. Neben der verteidigungstechnischen Bedeutung, umgrenzten Wall und Graben den Rechtsraum der Siedlung und ermöglichten den Torzwang um Abgaben zu kassieren. Außerdem schützten sie das Vieh vor Räubern. Über Aussehen und Alter der Befestigung von Oldenstadt können bisher keine genauen Angaben gemacht werden. Wahrscheinlich handelte es sich aber um eine Konstruktion aus Holz und Erde.
Bei Oldenstadt hat man Reste alter Felder, sog. "Wölb- oder Hochäcker", gefunden. Diese Äcker sind vermutlich durch den Einsatz des Wendepfluges entstanden: damit konnte beim Pflügen die Scholle nur zu einer Seite gewendet werden. Man kippte sie stets zur Mitte des Ackers hin, der dadurch in der Mitte immer mehr aufgewölbt wurde - ein "Wölbacker" entstand. Gepflügt wurde mit Ochsen und Pferden. Belegt sind Wölbäcker seit dem frühen Mittelalter, ihre Anfänge liegen wahrscheinlich über 2000 Jahre zurück.
Woltersburg (12/E9)
In Woltersburg fanden Archäologen Reste eine mittelalterlichen Burganlage. Bei der "Woltersburg" handelt es sich um eine Niederungsburg in ovaler Form, mit einer Ausdehnung von 100 x 130 m. Davor liegt in östlicher Richtung eine Vorburg mit Grabenresten. Zur Errichtung der Wälle aus Holz und Erde wurden mind. 30.000 cbm Erde bewegt. Es ist nicht bekannt, ob die Woltersburg nur eine befestigte Fluchtburg oder aber ständig bewohnt war. Spätestens aber seit dem 13. Jh. ist die Burg verlassen.
Ripdorf (12/E9)
Informationen zu archäologischen Ausgrabungen u. a. in Ripdorf finden Sie in der Ausstellung im Pavillon an der Sonnenuhr in Bad Bevensen.
Uelzener Hafen
Im Uelzener Hafengebiet befindet sich eine Grabanlage aus der älteren Bronzezeit (1700 - 1000 v. Chr.). Damals bestattete man die Toten in Baumsärgen, die eingegraben wurden. Darauf schichtete man einen Erd- oder Plaggenhügel mit unterschiedlichen Einbauten aus Steinen, Steinpackungen oder Holzkonstruktionen. Die Hügel erhielten meist mehrere Bestattungen, die nacheinander angelegt worden waren. So entstanden im Laufe der Zeit Hügelanbauten und -erweiterungen. Benutzt wurden die Grabhügel von der ausgehenden Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit.
Jastorf (12/D9)
Informationen zu archäologischen Ausgrabungen u. a. in Jastorf finden Sie in der Ausstellung im Pavillon an der Sonnenuhr in Bad Bevensen.
Klein Bünstorfer Heide (12/D9)
Südlich von Bad Bevensen befindet sich in einem Heide-/Waldgebiet ein Hügelgräberfeld, das aus dem älteren Abschnitt der Bronzezeit (ca. 1700 bis 1200 v. Chr.) stammt. Mit 59 erhaltenen Grabhügeln ist dieses Gräberfeld eines der größten der Lüneburger Heide. Bei archäologischen Ausgrabungen am nördlichen Rand des Hügelgräberfeldes fand man 1942 Spuren prähistorischer Hausbauten (Langhäuser), vermutlich aus der Jungstein- oder Bronzezeit. Ein Modell veranschaulicht diese Siedlungsspuren.
Veerßen (12/F8)
In Veerßen fanden Archäologen Reste einer Burganlage, der sog. "Ottenburg". Die im Gelände gut zu erkennenden Burgreste gehörten zum ersten festen Haus der Familie von Estorff in Veerßen. Als die Familie das Areal im 12. Jh. kaufte, ist in den Quellen bereits eine bestehende Burganlage erwähnt. Die Anlage wird den Niederungsburgen zugeordnet, ist oval angelegt und verfügte ehemals über Hauptburg, Vorburg, Zufahrtsweg und Burggraben. Die Burg wurde nachweislich im Jahre 1485 zerstört und danach nicht wiederaufgebaut. Der nördlich gelegene große Gutshof trat wahrscheinlich die Nachfolge als Sitz derer von Estorff an.
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