| Rubrik: | Regionales Radwandern |
|---|---|
| Streckenverlauf: | Bad Bevensen, Medingen, Barum |
| Länge: | 28,37 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, CR7 Nordostniedersachsen |
| Kontakt: | Tourismuskreis Uelzen e.V. Postfach 1136 29501 Uelzen, Tel. 0581/73040, Fax. 0581/72384 tourismuskreis-uelzen@t-online.dewww.uelzen.de/tourismus |
Rundtour entlang ausgedehnter Heideflächen und Kiefernwälder

Bad Bevensen (12/C9)
Bevensen wurde erstmalig im Jahre 1162 n. Chr. urkundlich erwähnt und erhielt 1293 das Münzrecht. Als Flecken entwickelte sich Bevensen zum geistlichen und wirtschaftlichen Mittelpunkt. 1489 wurde Bevensen an das Kloster Medingen verpfändet und erhielt seine Selbständigkeit erst mit der Einführung der Reformation wieder. Durch den 30-jährigen Krieg und zwei Feuersbrünste (1729 und 1811) wurde fast die gesamte Bausubstanz Bevensens zerstört. Erst nach 1847 - nach dem Eisenbahnanschluss und der Errichtung einer Posthalterei - blühte die Stadt wieder auf.
Auf der Suche nach Erdöl stieß man 1964 zufällig auf eine Heilquelle, deren medizinische Wirkung bald anerkannt wurde. 1975 wurde der Heidestadt das bedeutungsvolle "Bad" zuerkannt.
Die hier sprudelnde Solequelle mit 4 % Salzgehalt ist die jodhaltigste Thermalquelle in Deutschland. Mit dem bis zu 30 Grad C warmen Wasser wird u. a. ein Thermal-Jod-Sole-Bad gespeist, das inmitten des großzügigen Kurzentrums mit Parkanlage liegt.
Medingen (12/C9)
Medingen wurde 1972 der Stadt Bevensen eingemeindet. Seine Geschichte und die des Klosters sind untrennbar miteinander verbunden.
Der Ort Medingen wurde bereits 1323 von dem damaligen Probst Christian gekauft, um hier ein Kloster zu erbauen, das sich bis dahin in Altenmedingen befand. Das Zisterzienserinnen- Kloster (seit 1336) wurde - wie alle Klöster im norddeutschen Raum - nach der Reformation (1554) in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. 1781 vernichtete ein Feuer fast die gesamte Klosteranlage, nur das gotische Brauhaus blieb erhalten. 1782 - 88 wurde Kloster Medingen neu erbaut.
Heute präsentiert es sich als schlossähnliche Anlage im klassizistischen Stil mit spätbarockem Kirchturm und einer Rundkirche. Zu den Schätzen des Klosters gehören neben Möbeln, Teppichen, Bildern und Silber auch Stickereien mit Flussperlen aus der Illmenau. Kloster Medingen zählt neben Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Walsrode und Wienhausen zu den berühmten "Lüneburger Klöstern" ("Heideklöster").
Addenstorfer Heide (12/C8)
Die Addenstorfer Heide gehört zu den regional typischen Heidelandschaften, die im Laufe der Jahrtausende vor allem durch den Menschen geformt und gestaltet wurden. Bestand diese Region vor ca. 2500 v. Chr. noch vorwiegend aus Eichen/Birkenmischwäldern, entstanden durch umfangreiche Rodungen nach und nach Äcker, die jedoch aufgrund der geringen Düngemittelmöglichkeiten nur kurze Zeit bebaut werden konnten. Die daraus resultierenden ausgelaugten Böden boten dem Zwergstrauch "Besen-Heide" (Calluna vulgaris) ideale Wachstumsbedingungen. Bis weit ins 19. Jh. überspannten große Heideflächen den norddeutschen Raum.
In der Addenstorfer Heide befindet sich ein Modell eines Totenhauses aus der Bronzezeit. Das Modell orientiert sich an Ausgrabungsfunden bronzezeitlicher Siedlungen vom Bargeroosterveld in den Niederlanden der Zeit um 1250 v. Chr. Der Grundriss des sog. "Kultgebäudes" ähnelt dem des Totenhauses aus Eitzen stark. Es bestand in Drenthe aus Holzpfählen, deren Giebelenden vermutlich mit hornförmig geschnittenen Holzenden verziert waren. Die Hornenden erinnern an die Hornsymbole der Mittelmeerkulturen und der mitteleuropäischen Urnenfelderkultur in der Zeit des Trojanischen Krieges.
Seedorf (12/C8)
Ende des 19. Jh. führte der Kieler Prähistoriker Gustav Schwantes Ausgrabungen auf Urnenfriedhöfen durch, u. a. in Seedorf. Hier stieß er auf Reste von Urnen und Grabbeigaben, die in die jüngere Vorrömische Eisenzeit ("Stufe von Seedorf" - 120 v. Chr. G.) datiert werden konnten. (Weitere Informationen finden Sie im Pavillon an der Sonnenuhr in Bad Bevensen). Eine Besonderheit im Landkreis Uelzen stellt die Altmoränenlandschaft zwischen Seedorf und Barum dar, die durch die Saale-Eiszeit (235.000 bis 125.000 v. Chr.) entstanden ist.
Neben den Trockentälern findet man Buchenwälder und Laub-Mischwälder mit z. T. Mittelgebirgscharakter. In westlicher Richtung liegt der Hügel des "Golster Holzes".
Barum (12/D8)
Die ev. St.-Georgs-Kirche aus dem 13. Jh. ist ein Feld- und Backsteinbau mit gotischem Baukern. Bemerkenswert sind der gesondert stehende Glockenturm aus Fachwerk und der Altar mit Sandsteinaufsatz. Der Barumer Gutshof ist ein symmetrischer Fachwerkbau von 1783, bei dem das Herrenhaus von einem breiten Wassergraben umgeben ist. Auf dem Gelände befindet sich noch die ehemalige Grabkapelle, die heute als Friedhofskapelle genutzt wird.
Klein Bünstorfer Heide (12/C9)
Die Klein Bünstorfer Heide gehört zu den ausgedehnten Heideflächen des Landkreises. Hier und in dem südlich angrenzenden Kiefernwald zwischen Illmenau und Bad Bevensen liegt ein Hügelgräberfeld, das aus der älteren Bronzezeit (ca. 1700 bis 1200 v. Chr.) stammt. Mit 59 erhaltenen Grabhügeln ist dieser urgeschichtliche Bestattungsplatz einer der größten der Lüneburger Heide.
Bei archäologischen Ausgrabungen am nördlichen Rand des Hügelgräberfeldes fand man 1942 Spuren prähistorischer Hausbauten, vermutlich aus der Jungstein- o. Bronzezeit. Ein Modell veranschaulicht diese Siedlungsspuren.
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