| Rubrik: | Regionales Radwandern |
|---|---|
| Streckenverlauf: | Bienenbüttel, Medingen, Altenmedingen |
| Länge: | 28,81 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Regionalkarte 1:100.000, CR7 Nordostniedersachsen |
| Kontakt: | Tourismuskreis Uelzen e.V. Postfach 1136 29501 Uelzen Tel. 0581/73040 Fax. 0581/72384 tourismuskreis-uelzen@t-online.de www.uelzen.de/tourismus |
Rundtour durch regional typische Heidelandschaften

Die Tour beginnt in Bienenbüttel, das auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurückblicken kann.
Urkundlich erwähnt wird der Heideort zum ersten Male im Jahre 1004. Die St.-Michaelis-Kirche von 1837 ist eine klassizistische Saalkirche in Ziegelbauweise. Der Turm des Gotteshauses wurde 1907 angefügt. Auf dem Kirchplatz befindet sich die alte Vogtei und ein Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1659.
Die Wassermühle Bienenbüttel wurde 1288 erbaut und zuletzt durch Turbinen angetrieben. Heute befinden sich in der Mühle Ferienwohnungen für Besucher aus dem In- und Ausland.
Auf unserer Fahrt kommen wir durch die Addenstorfer Heide.
Sie gehört zu den regional typischen Heidelandschaften, die im Laufe der Jahrtausende vor allem durch den Menschen geformt und gestaltet wurden. Bestand diese Region vor ca. 2500 v.Chr. noch vorwiegend aus Eichen-/Birkenmischwäldern, entstanden durch umfangreiche Rodungen nach und nach Äcker, die jedoch aufgrund der geringen Düngemittelmöglichkeiten nur kurze Zeit bebaut werden konnten. Die daraus resultierenden ausgelaugten Böden boten dem Zwergstrauch "Besen-Heide" (Calluna vulgaris) ideale Wachstumsbedingungen.
Bis weit in das 19. Jahrhundert überspannten große Heideflächen den norddeutschen Raum. In der Addenstorfer Heide (12/C8) existiert ein Hügelgräberfeld aus der älteren Bronzezeit (ca. 1500 v.Chr.). Die Toten wurden derzeit oftmals in hölzernen Särgen in den Boden gelegt und mit Heideplaggen überdeckt. Die daraus entstandenen Grabhügel fasste man zusätzlich mit Steinkränzen ein. Noch 45 Hügel dieser Grabanlage sind im Addenstorfer Wald-/Heidegebiet auszumachen. Bei archäologischen Untersuchungen fand man 1974/75 in einem der Grabhügel eine ganze Gräberfolge mit Bestattungsbeigaben. Am Orte befindet sich auch ein Modell eines Totenhauses aus der Bronzezeit. Das Modell orientiert sich an Ausgrabungsfunden bronzezeitlicher Siedlungen vom Bargeroosterveld in den Niederlanden, der Zeit um 1250 v.Chr.
Wir erreichen Medingen (12/C8), das 1972 der Stadt Bevensen eingemeindet wurde und heute Ortsteil der Samtgemeinde ist.
Seine Geschichte und die des Klosters sind untrennbar miteinander verbunden. Kloster Medingen zählt neben Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Walsrode und Wienhausen zu den berühmten "Lüneburger Klöstern" ("Heideklöster").
In unmittelbarer Nähe des Klosters steht ein ehemaliges Herrenhaus im Stil der Spätrenaissance. Herzog Ernst (der Bekenner) von Braunschweig und Lüneburg baute es im Jahre 1541. Es verfügt über ein Portal mit in Backsteinen gemauerten Pilastern, ein Fachwerkobergeschoss und einen Dacherker. Lange Zeit wurde das Schlösschen als Amtsgericht genutzt, heute beherbergt es die Heimvolkshochschule.
Das Medinger Amtshaus wurde um 1800 erbaut. Es ist ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit Krüppelwalmdach.
Weiter geht es nach Secklendorf (12/B9).
Im "Langen Grund" bei Secklendorf lag bis 1839 ein riesiger Findling, der "Teufelsstein".
Einer Sage nach wollte der Teufel diesen Stein auf das Kloster Medingen werfen, scheiterte aber in diesem Unterfangen. Der Maurermeister Griepe aus Bevensen, ließ den "Teufelsstein" in große Stücke spalten, um sie zum Bau des Denkmals der "Göhrdeschlacht" (1813 gegen Napoleon) verwenden zu können.
Weiter geht die Fahrt in Richtung Altenmedingen zu den Königsgräbern Haaßel.
In unmittelbarer Nähe des Ortes Altenmedingen befinden sich die "Königsgräber von Haaßel" (12/B9). Bestehend aus einem Dolmen aus der Zeit um 2700 vor Christus sowie zwei Ganggräbern aus der zweiten Hälfte des 3. vorchristlichen Jahrtausends. Innerhalb der bis zu 52 m langen rechteckigen Steinsetzungen liegen die verhältnismäßig kleinen Grabkammern. Vermutlich bestattete man in der Jungsteinzeit Menschen mit einer besonderen gesellschaftlichen Stellung in solchen "Großstein- oder Hünengräbern".
Die "Königsgräber von Haaßel" bilden den Rest von mehr als sechs Steingräbern, die noch im Jahre 1843 vorhanden waren und durch den Kammerherrn von Estorff kartiert wurden. Ihre genaue Lage ist jedoch heute nicht mehr lokalisierbar.
In Altenmedingen ist die evangelische Pfarrkirche St. Mauritius sehenswert. Sie wurde um 1200 erbaut. Der verputzte gotische Bau aus Feld- und Ziegelsteinen beherbergt einen wertvollen Schnitzaltar und das Albermann´sche Epitaph von 1656.
Bevor wir unseren Rundkurs in Bienenbüttel wieder beenden, kommen wir nach Wichmannsburg.
Die evangelische St.-Georgs-Kirche im Ort ist eine romanische Feldsteinkirche mit gotischem Chor. Sie wurde im Jahre 1770 um einen Fachwerkturm ergänzt. Von kulturhistorischer Bedeutung ist der spätgotische Schnitzaltar (Flügelaltar) von 1520.
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