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Harzer Hexenstieg - Etappe 4 Nordvariante

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Königshütte
Streckenverlauf:Königsburg, Zusammenfluss Warme/ Kalte Bode, Überleitungssperre/ Trogfurther Brücke, Susenburg, Tiefenbachtal, Brockenblick, Hoher Kleef, Rübeland, Krockstein/ Neuwerk, Talsperre Wendefurth, Wendefurth
Ziel:Altenbrak
Länge:22,00 km
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.
Kontakt:Harzklub e.V.
Heimat-, Wander- und Naturschutzbund
Bahnhofstraße 5a
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. 05323-81758
Fax 05323-81221
Mail: info@hexenstieg.de
Internet: www.hexenstieg.de

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Informationen zur Tour

Der "Harzer-Hexen-Stieg" ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Harzer Verkehrsverband e.V. und Harzklub e.V.

Wegesymbol des Harzer Hexenstiegs

Wegesymbol des Harzer Hexenstiegs

Diese Wegetappe des Harzer-Hexen-Stieges ist ein wichtiger Höhepunkt für alle geologisch und montanhistorisch interessierten Wanderer. Eisengießerei Rothehütte
Im Tal der Kalten Bode wurde schon im Mittelalter Elbingeröder Eisenerz verhüttet. Ursprünglich waren die Hütten Fachwerkgebäude. Im 19. Jahrhundert entstanden technisch verbesserte Gießereien mit gußeisernen Bauelementen. Ein für den Harz einzigartiges Industriedenkmal jener Zeit sind die gußeisernen Säulen in Königshütte, die den Wanderer am Harzer-Hexen-Stieg begrüßen.Königsburg
Die Königsburg in Königshütte ist eine Adelsburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Hier sind nicht nur Teile des Bergfriedes erhalten, sondern auch die Gräben und Wälle der Burg sind gut erkennbar. Diese Burg scheint dem Schutz der Grenze des Bistums Halberstadt gedient zu haben, die hier an der Bode verlief. Außerdem trug die Burg zur Sicherheit des damals bedeutenden Handelsweges von Sachsen nach Thüringen bei, der in umittelbarer Nähe vorbeiführte.
Die Mühe des Aufstieges wird durch einen sehr schönen Ausblick über den Ort und die Harzberge mit dem Brockenmassiv im Hintergrund belohnt. Zusammenfluss Kalte und Warme Bode
Am Fuße der Königsburg vereinigen sich Kalte und Warme Bode. Während die Flüsse nur wenige hundert Meter voneinander entfernt in der Nähe des Brockens entspringen, fließt die Warme Bode durch überwiegend flache Täler südwestlich um den Wurmberg herum, und danach durch Braunlage, Sorge und Tanne bis nach Königshütte.
Die Kalte Bode hingegen passiert nordöstlich den Wurmberg und anschließend Schierke und Elend. Bis zum Zusammenfluss liegt ihr Bett vorwiegend in tiefen und schattigen Tälern.
Der Harzer-Hexen-Stieg folgt dem Lauf der Bode. Ottonische und salische Kaiser
Von 900 - 1100, in der Zeit der ottonischen und salischen Kaiser, galt der Harz wegen seiner Silbervorkommen als die "Schatzkammer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Archäologische Zeugnisse davon sind die silbernen Otto-Adelheit-Pfennige. Eine beliebte Kaiserpfalz jener Zeit war die Jagdpfalz Bodfeld. Der Name Bodfeld deutet auf den Bodefluß hin. Die genaue Lage der Pfalz ist umstritten. Gesichert und urkundlich belegt ist, daß die Pfalz nahe der Trogfurter Brücke lag. Der Ort jener Brücke liegt am Harzer-Hexen-Stieg kurz hinter Königshütte.Kalkabbau
Der Bergbau unter Tage wurde im Gebiet des Harzes längst eingestellt. Jedoch finden wir noch heute einen umfangreichen Abbau von Kalkstein über Tage. Auch dies gehört zum Landschaftsbild rings um Rübeland.
Der Wanderer passiert Tagebaue im Bereich Susenburg, läuft durch das romantische Tiefenbachtal und gelangt dann auf den Naturlehrpfad in Richtung Rübeland. Am Hohen Kleef hat er eine phantastische Sicht auf Rübeland und den Brocken. Rübelander Tropfsteinhöhlen
Bewiesen durch archäologische Funde in den Höhlen Rübelands dienten diese bereits den Menschen der Altsteinzeit als Unterkunft. Den jährlich ca. 300.000 Besuchern sind zur Zeit zwei Rübeländer Höhlen zugänglich. Sie liegen direkt am Wege. Es befindet sich aber noch eine beträchtliche Zahl weiterer Höhlen im Kalkstein der unmittelbaren Umgebung.
Am längsten bekannt ist die Baumannshöhle. Sie war zu Goethes Zeiten die einzige Tropfsteinhöhle, die man in Deutschland kannte. Goethe war von ihr so hingerissen, daß er 1777 ein ganzen Tag in ihr weilte und auf späteren Harzreisen sie nochmal besuchte. Den imposanten Goethesaal dieser Höhle sollten auch Sie kennenlernen. Ein Besuch der erst im 19. Jahrhundert entdeckten mehrstöckigen Hermannshöhle mit dem fließenden Höhlenbach ist ebenfalls sehr zu empfehlen.Eisenbahngeschichte
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts löste man die Transportprobleme der Erzverhüttungsbetriebe in und am Harz durch die Schiene. Es entstanden Eisenbahnen als Privatbahnen. So ließ sich der Verhüttungsprozeß von den knappen Holzkohlen auf Koks aus Steinkohle umstellen und rationalisieren. Auf den Bahnstrecken, die ursprünglich für den Gütertransport gebaut wurden, verkehrten auch Personenzüge, und es entwickelte sich ein Harz-Tourismus. Neuwerk
Tief versteckt im Bodetal liegt der kleine Ort Neuwerk. Ein charakteristisches Gebäude mit zwiebelähnlichen Türmchen, die ehemalige Schule, empfängt den Wanderer. Alljährlich zum Abschluss der Heuernte wird hier am 3. Juliwochenende ein Harzer Volksfest ganz besonderer Art der "Grasedanz" durchgeführt. Höhepunkte sind die Wahl der Grasekönigin und die symbolische Heuversteigerung. Marmormühle am Krockstein
Das Gebiet des Bodetales bei Neuwerk bietet eine Konzentration geologischer Besonderheiten. Am Krockstein wurde im 17. und 18. Jahrhundert roter Marmor abgebaut. Friedrich der Große verwendete diesen Marmor für sein Schloß Sanssouci.
Man findet hier außerdem Eisenerzaufschlüsse, Schieferbrüche und beidseits der Bode Diabassteinbrüche.
Diabas, auch Grünstein genannt, fand hauptsächlich beim Straßenbau Verwendung. Seinetwegen wurde eigens die "Neuwerker Industriebahn" angelegt und am 7. März 1887 in Betrieb genommen. Die einstige Trasse ist noch gut zu verfolgen. Auch zeugen von ihr noch im Kreuztal eine Brücke über die Bode und ein Tunnel. Der Felsen aus grauen Tonschiefern und Grauwacken auf der anderen Seite der Bode in unmittelbarer Nachbarschaft der Bushaltestelle ist geologisches Naturdenkmal.
Ein montanhistorischer Lehrpfad gibt dem interessierten Wanderer nähere Erläuterungen zur Bergbaugeschichte dieses Gebietes. Rappbodetalsperre / Talsperre Wendefurth
Auf schmalen Pfaden durch die Auenlandschaft der Bode gelangt der Wanderer nun in den Bereich der Rappodetalsperre.Die Rappbodetalsperre ist ein Superlativ. Sie hat die größte Schwergewichts-Staumauer Deutschlands. Die Staumauer soll mit 106 m Höhe dem Assuan-Staudamm in Ägypten entsprechen. Die Rappbodetalsperre dient zur Trinkwasserversorgung. Bemerkenswert ist, dass das Hauptstaugebiet im Rappbodetal liegt, obwohl die Bode natürlich der ergiebigste Zufluß ist. Rübeland ist durch diese interessante planerische Lösung das Versinken im Wasserstau erspart geblieben.Hinter der Staumauer schließt sich die Talsperre Wendefurth an. Sehenswert ist hier das große Pumpspeicherwerk.

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Urheber: Harzklub e.V.

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