| Rubrik: | Regionales Radwandern, Eintagestour |
|---|---|
| Start: | Dornum, Hotel Herrlichkeit |
| Streckenverlauf: | Norden, Greetsiel, Pilsum, Manslagt, Rysum, |
| Ziel: | Emden, Bahnhof |
| Länge: | 83,37 km |
| Kartenmaterial: | Kartenmaterial ist erhältlich. Radwanderkarte 1 : 75 000 RC2 RC3 |
Tour durch das westliche Ostfriesland.

© Hotel Herrlichkeit Dornum
Wir fahren vor dem Hotel Herrlichkeit nach rechts der Straße nach "Norden" folgend, immer auf dem straßenbegleitenden Radweg bis zum Bahnhof Norden. Hier geht es für die los, die für die erste Etappe den Bus genommen haben. Den Bahnhof links von uns fahren wir auf dem Radweg neben der Bundesstraße bis zum Abzweig der L 4 nach Süderneuland. Nicht lange und wir verlassen diese Straße und fahren den linken Ast der Gabel mit Namen "Wurzeldeich". Wir folgen der Wegweisung nach Greetsiel und stehen am Norder Tief. Das wird mit Muskelkraft überwunden. Nicht schwimmend, sondern kurbelnd. Wir müssen uns und die Räder auf einer "Kurbelpünte" an einer Kette über das Gewässer ziehen. Hier sind erstmals nicht die Beine, sondern die Arme gefordert. Beim Ein- und Aussteigen ist es zweckmäßig, wenn einer die Kette straff und die Pünte am Ufer hält. Sie kann, allein gelassen, eigenwillig sein und plötzlich ist der Spalt zwischen Pünte und Ufer groß. Nach diesem Abenteuer fahren wir weiter, teilweise leider auch auf der Landstraße ohne Radweg, Richtung Greetsiel. Die Wegweisung führt uns in die Ortsmitte, also zum Markt und zur Sielbrücke. Am Markt können wir die Räder abstellen und den kleinen Kern dieses Heimathafens der ostfriesischen Krabbenkutterflotte erkunden. Von allen Sielorten ist es Greetsiel jedenfalls im Ortskern am besten gelungen, Charakter und Flair vergangener Tage in`s Heute herüber zu retten. Barocke Giebel, teilweise mit Inschriften, die von den Erbauern der Häuser künden, reihen sich um den Hafen. Die Wegweisung "Pilsum, Deichweg" führt uns aus dem Ort und auf den Weg unter dem Deich. Recht bald schon sehen wir einen rot-gelb-quergestreifen Leuchtturm, der irgendwie zu kurz geraten scheint. Die Generation, die mit den Scherzen des Otto Waalkes groß wurde, kennt den Leuchtturm bestens aus seinem Film. Wenn wir in Pilsum den Käse-Hofladen besuchen wollen, müssen wir den Deichweg bald verlassen und an Pilsum vorbei der Wegweisung zum Hofladen folgen. Öffnungszeiten: montags bis freitags 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr, 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr, samstags 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr, 14:30 bis 17:00 Uhr, sonntags 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Hinter dem Käsehof sind die weiteren Wege nur für Traktoren geeignet. Wir müssen also bis zur Landstraße zurück auf dem Weg fahren, den wir kamen. (Wer sich nicht mit Käse eindecken will, kann am Abzweig zum Käsehof weiter geradeaus auf dem Weg unter dem Deich bleiben, er wird später wieder auf die Navi-Wegweisung treffen.) Wieder auf der Landstraße, fahren wir nach Manslagt. Auf dem Kirchplatz dieses kleinen, beschaulichen Dörfchens mag man nicht glauben, dass Manslagt einst ebenso friesischer Häuptlingssitz war, wie Dornum. Der Deichweg führt uns in den Rysumer Hammrich, aus dem wir nach Nordosten nach Rysum abzweigen. Dieses Dorf müssten wir aus der Luft betrachten können! Um den Kirchplatz sind zwei konzentrische Ringe gelegt, vom Kirchplatz gehen sternförmig Gassen aus, die die Ringe schneiden. So entstehen aus Gassen und Ringen Tortenstücke. Rysum darf man nicht verpassen. Nicht nur die Topographie macht den Ort interessant, er hat noch mehr zu bieten: In der Kirche die älteste spielbare Orgel Nordeuropas aus 1457 und neben der Kirche die einzige Mühle dieser sonst mit Mühlen gesegneten Gegend, in deren Müllerhaus gefeiert und übernachtet werden kann. Ein Dorfmodell im Maßstab 1:300 muss uns den Überflug ersetzen. Ein weiteres Mal sind die Arme gefragt. Die zweite Kurbelpünte des heutigen Tages, über das Knockster Tief nach Bartshausen, fordert unsere Kraft. Durch Wybelsum und das Logumer Vorwerk erreichen wir die L 2 nach Emden. Hier versagt die Beschilderung. Wir queren die Landstraße und nehmen den Betonweg. Danach wird die Wegweisung wieder verlässlich. Nach einer umständlichen Überwindung der Autobahn geht es auf angenehmer Radfahrstrecke längs des Larrelter Tiefs zum Bahnhofsvorplatz.
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Urheber: © Hotel Herrlichkeit Dornum