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Der mittlere wilde Westen im Deister

Rubrik:Mountainbiking, Eintagestour
Start:Bhf. Wennigsen
Streckenverlauf:Bhf. Wennigsen-Taternpfahl-Köllnischfeld-Altenhagen-Blumenhagen-Kreuzbuche-Bhf.Bantorf
Ziel:Bhf. Bantorf
Länge:37,14
Dauer:3,5 Std
Schwierigkeit:Nach Kammquerung 2 weite Bögen in den Westen, Wechsel zwischen Gras, Schotter, Erde, Teer; Streckenführung größtenteils auf einsamen Nebenwegen.

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Informationen zur Tour

Diese Tour tritt den Beweis an, dass man Nienstedt auch westlich umfahren kann, ohne den Deister wirklich zu verlassen. Westlicher geht es im Deister dann nicht mehr. Den Wald braucht man jeweils nur auf kürzeren Abschnitten verlassen, die jedoch nicht weniger reizvoll sind. In hügeliger Landschaft werden stetig Höhenmeter auf sehr entlegenen Wegen gesammelt. Viel Spaß also auf der, sagen wir, mittelwilden Tour im mittleren wilden Westen des Deisters.

Achtung: Bevor wir starten beachtet bitte folgenden Rat. Nach einer Regenphase ist die Tour nicht empfehlenswert, weil längere Abschnitte über Gras führen (1x sogar sehr matschig und schlammig - bei schlechter Umfahrmöglichkeit / im Text genaue Lage markiert). Die Stücke verlangen über dies einiges an Kondition, da das Gras den Vortrieb erheblich bremst. Zudem wird dieser Untergrund bei Feuchte zu Schmierseife. Des Weiteren rate ich dringend zum Tragen langer Kleidung. Zwei Abschnitte sind so schmal und von Bewuchs gesäumt, dass man den Zecken im Vorbeifahren ins A?loch schauen kann. Außerdem streicheln einen die Brennnesseln bis auf Lenkerhöhe, aber das Gift soll ja bekanntlich gegen Rheuma helfen.

Auf östlicher Deisterseite startet die Tour am Bahnhof Wennigsen (S1+2, P+R). Über Bahnhofstraße und Klosteramthof geht es leicht kurvig zum Zentrum der kleinen Stadt. Die Hauptstraße überqueren wir und folgen geradeaus dem Hinweis "Argestorf" (Radweg an der Landstraße). Erst ca. 100m hinter Argestorf führt der Feldweg rechts rein, ein Rechtsknick, dann hoch bis zum Wald und dort weiter geradeaus. Anfangs gibt sich der Forstweg noch harmlos. Aber dann!, hinter dem kleinen Linksknick. "Schiefer Brink" heißt die steile und schnurgerade Rampe. Ganz weich steigert sich der Aufstieg von null auf Ø 12%. Man kann weit bergauf schauen und sieht in großer Entfernung bei Sonne eine helle Stelle, die ein Abflachen suggeriert. Aber nix da, es geht noch mal fett bergan.

Oberhalb überqueren wir einen Weg und 177m weiter erreicht man den Rastplatz Taternpfahl. Wir setzen unsere Fahrt gerade fort und biegen nach wenigen Metern in den ersten Abzweig rechts. Der etwas verwaiste, moosige Forstweg steigt leicht, schmiegt sich unterhalb des Steilabfalls "Bielstein" (nach 1400m Blick gegen den Felsaufbau möglich) an den Berg und nach 1730m knickt er links ab. Von hier bauen wir auf 532m 80 Hm ab, bevor wir erneut auf einen Forstweg treffen. Hier rechts ab. Nach einem halben Kilometer mündet der Weg an der Teerstraße zum Köllnischfeld.

Mit diesem Ritt ist die anstrengende Anfahrt geschafft und vor uns kommen im westlichen Teil nun viele entlegene und unbekannte Strecken. Wir biegen links auf die Teerstraße und rollen 120m runter Richtung Ort bis zur Kreuzung am Waldrand. Im spitzen Winkel (120°) führt rechts unser Forstweg schräg in den Wald. Sofort ist wieder Steigung angesagt. So kurbeln wir uns über 1050m auf 266 Hm bis zu einer Wegkreuzung. (Hier sollte es eigentlich rechts hochgehen und weiter über eine Querpasse bis Köllnischfeld, aber meine Erkundung ergab, dass diese Verbindungen entgegen der Darstellung sowohl auf der alten, als auch der aktuellen Deisterwanderkarte, keine Wege mehr sind.

Der erste Teil des Restweges besteht im Wesentlichen nur noch aus einem mindestens 18% steilen ausgespülten Pfad, der selbst runter zu kaum fahrbar ist. Die weitere Querachse dann bis Köllnischfeld lassen die Forstämter gerade zuwuchern; Hinweisschilder wurden von den Pfählen entfernt. Eine derzeit an vielen Stellen zu beobachtende Negativentwicklung.) Also geht es parallel zum Hang für 1450m geradeaus weiter, bis zu einer Wegkreuzung auf 350 Hm. Dieser weniger steile Wegteil neigt auch zur Verwilderung, jedoch ist der Untergrund hier weitestgehend eben. Allerdings ist es sehr schmal und die Kunst besteht darin, bergauf immer genügend Geschwindigkeit zu halten, weil "Schlangenlinien fahren" hier nicht drin ist!

Wir biegen rechts in den Wald und überqueren 330m weiter die nächste Kreuzung ganz leicht rechts. Nach 270 Metern folgt ein Rechtsknick, danach geht es 1,6 Km schnurgerade und schließlich etwas kurvig bis "Köllnischfeld". So heißt das Kleinod, was nun direkt vor uns liegt. Wem der in diesem Absatz beschriebene Weg nicht geheuer ist, der kann ihn auf der Teerstraße bis Köllnischfeld etwas leichter umfahren - siehe oben. Links geht es nun an der Weide weiter in den Forstweg Richtung Westen/Nordwesten und an der Gabelung kurz darauf rechts ab, weiter an der Wiese entlang. 1500m später an der 1. Weggabel rechts und an der Zweiten (weitere 955m) links fahren.

Dieser Hauptweg plätschert mit uns nun gen Nordwesten bis sich linksseitig eine Feldlandschaft ausbreitet. Man sieht bereits bis Nienstedt, dessen westliche Umfahrung ja unser Ziel ist. (Der oben erwähnte harte Teil beginnt). Von hier noch 325m gerade, dann biegen wir links ins Feld, fahren (cross-country) bis an den Waldrand, ein Stückchen an seinem Saum entlang (Matsch möglich) und dann schnurgerade sehr westlich durch das Feld, bis wir auf dem baumlosen Buckel vor uns die L401 erreichen. Nun links wenige 550m auf der Straße, bis rechts ein Feldweg abzweigt. An der Schranke vorbei zum Waldrand, nach je 165 Metern einmal links, einmal rechts, dann geht es auf diesem Hauptweg mitten durch den Wald, bis wir auf einen Querweg treffen. In diesen biegen wir rechts ab und fahren 288m Strecke an einem Haus vorbei bis zu einem kleinen Wegedreieck, wo ein winziges Schild nach links zu einem Rundweg deutet, übrigens in diesem Bereich die einzige Querung auf die andere Talseite.

Nun stehe ich also hinter dem Anwesen und blicke in die vorgegebene Fahrtrichtung, die auch das Navi vorgibt, und sehe den Weg nicht. Auch ein paar Meter vorwärts erschließt sich keine Strecke. Wohin fahren ohne Weg? Erst noch einige Meter weiter erkennt man den knallengen versteckten Übergang am Rand der Wiese. Er ist gesäumt von Brennnesseln und einem groben Zaun. Wenigstens gegen Eines hilft lange Kleidung. Dieser Übergang ist Gott sei Dank nur 100m lang und endet mit kleiner Treppe am Beginn eines wunderbaren Trails, in den wir links einbiegen. Über 1,8 Km geht es nun unfehlbar talab entlang des Baches. Böse Überraschungen lauern nicht, obwohl der Streckenteil sehr anspruchsvoll verläuft. Unten angekommen möchten man ihn am liebsten noch mal passieren.

Wenn sich der Wald öffnet, zweigt rechts ein Forstweg bergan wieder in den Wald hinein und führt bis an die Kehre der Passstraße. Leicht bergab nun ein Stück auf der Straße bis in den Scheitel der nächsten Kehre, wo es für uns gerade in das Feld bis hinüber zum Ort Altenhagen geht. Am Querweg rechts und ein paar Meter oberhalb durch einen linken Bogen bis den Fahrweg. Wir biegen dort rechts ein für 250m, um links neben der Wiese kurz steil den höheren Parallelweg zu erreichen. Dort rechts. Richtung Norden folgen wir dem Weglauf (Anfangs schottrig), bis uns der Weg (jetzt Gras) erst durch einen Rechtsknick und dann durch eine scharfe Linkskurve zwingt. 100m später rollt man direkt auf das Forsthaus Blumenhagen zu. Schade das die Öffnungszeiten sehr eingeschränkt sind; eine Rast lohnt im schönen Biergarten sehr.

Vom Forsthaus führt ein guter Hauptweg nun 550m leicht bergan. An der Weggabel geht es links weiter, bis rechts nach 320m ein Forstweg abzweigt, der erst kerzengerade steil hinaufführt, dann eine Rechtskurve beschreibt und anschließend parallel der Höhenlinie verläuft. Ein linker Abzweig bringt uns durch eine Kehre schließlich auf den Kamm, in den man bitte links einbiegt. Für 2180m ist der Weg für uns jetzt bis zur Kreuzbuche verbindlich. Am Platz mit Schutzhütte angekommen, geht unsere Fahrt nun in den mittigen gegenüberliegenden Pfad. (Von uns aus gegen den Uhrzeigersinn gesehen, die dritte mögliche Einfahrt!). Der Pfad teilt sich gleich wieder und weiter geht es rechts.

Der folgende Trail endet stumpf an einem Forstweg, den wir 100m links befahren, um sodann rechts Richtung Bantorf/Mooshütte abzubiegen. Nach 780 Metern erreicht man ein Wegekreuz mit Schutzhütte, an dem unsere Route rechts abgeht. Auf diesem Weg erreichen wir recht bald die "Bantorfer Höhe"  (Restauration). Auf der Teerstraße geht es gerade hinunter, bis die Straße rechts ab-knickt. Wir hingegen fahren geradeaus in den Saumweg und weiter hinunter in den Ort, erst durch eine leichte Links- und dann eine Rechtsbiegung, bis es nicht weiter gerade geht. Nun rechts, dann über die L391, kurz abwärts, und gegenüber am Feldrand weiter runter bis zum Bahnhof Bantorf. Das Zeil ist erreicht!

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Urheber: © Gunther Hannig

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