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Naturschutzgebiet Silberberg

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Wanderparkplatz Lorenkamp, Zum Jägerberg, 49170 Hagen
Ziel:Wanderparkplatz Lorenkamp, Zum Jägerberg, 49170 Hagen
Länge:5,49 km
Barrierefreiheit:Die Tour ist nicht barrierefrei.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Nutzen Sie die vorhandene Beschilderung der Wanderroute D2.

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Informationen zur Tour

Die Route führt durch naturnahe Mischwälder, entlang von Waldrändern und Feldern am Silberberg. Auf kleiner Fläche liegen auch artenreiche Kalk-Trockenrasen am Weg, die im Sommer farbenfroh blühen. Daneben hat der Bergbau vielerorts Spuren am Silberberg hinterlassen – ehemalige Erzschürfstellen kann man im Gebiet heute noch finden.

Pflanzenartenvielfalt auf kleinem Raum: Orchideenreiche Kalkmagerrasen an einem südexponierten Hang des Silberbergs.

Pflanzenartenvielfalt auf kleinem Raum: Orchideenreiche Kalkmagerrasen an einem südexponierten Hang des Silberbergs.

Die kleinteilige Landschaft, die man am Silberberg durchwandert, ist durch Bergbau und Beweidung geprägt. Heute ist das Naturschutzgebiet Silberberg sogar Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Einer der vielleicht beeindruckendsten Orte bei einer Tour durch das Naturschutzgebiet ist ein Kalk-Trockenrasen. Vom Frühjahr bis in den Sommer blühen hier unter anderem Kleiner Wiesenknopf, Fransen-Enzian und Wiesensalbei, und selbst Orchideenarten wie die Fliegenragwurz, das Fuchs-Knabenkraut und die Bienenragwurz sind hier zu finden.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war der Silberberg in Teilen waldfrei – er wurde als Weide genutzt. Am Südhang konnte sich deshalb mit der Zeit auf dem trockenen, nährstoffarmen Boden artenreicher Kalk-Trockenrasen entwickeln. Auch die Wachholderbüsche, die man noch sehen kann, sind Überbleibsel der Beweidung – sie werden von den Weidetieren verschmäht. Das hiesige Vorkommen der orchideenreichen Kalkmagerrasen ist immerhin das größte im niedersächsischen Teil des Osnabrücker Hügellandes.

Im Buchenwald dagegen geben Stechpalmen, auch Ilex genannt, einen Hinweis auf die frühere Nutzung des Waldes am Silberberg als Viehweide. Große, mehrstämmige Buchen zeugen von der früheren Brennholzgewinnung; die Buchen wurden dabei nicht komplett gefällt, sondern so gehauen, dass sie wieder austreiben konnten – als Niederwald bezeichnet man diesen Wald aus Stockausschlag.

An anderen Stellen sind die Spuren, die Bergleute am Silberberg hinterlassen haben, noch zu sehen: Stillgelegte Stollen, größere und kleinere trichterförmige Erzschürfstellen und -gräben und ein ehemaliger Dolomitsteinbruch aus jüngeren Tagen prägen das Gebiet. Das Interesse all der bergmännischen Untersuchungen und Schürfarbeiten, die hier jahrhundertelang stattfanden, galt unter anderem der Gewinnung silberhaltiger Metallerze.

Die Erze, die bei den Schürfstellen noch immer an der Erdoberfläche liegen, sind der Grund dafür, dass kleinflächig über den Silberberg verteilt sogenannte Schwermetallrasen vorkommen, Pflanzengesellschaften, die mit hohen, normalerweise toxisch auf Pflanzen wirkenden Schwermetallgehalten im Boden klar kommen.

Neben Pflanzenarten profitieren – für Besucher weniger gut sichtbar – auch Fledermäuse vom einstigen Bergbau am Silberberg: Zwei aufgegebene Bergbaustollen werden von immerhin sechs verschiedenen Fledermausarten als Überwinterungsquartier genutzt.

Zudem finden Fledermäuse in Klüften und Ritzen eines aufgegebenen Steinbruchs Quartiere für das Sommerhalbjahr. Auf den Felsvorsprüngen brütet hier regelmäßig der Uhu, der ebenso wie die Fledermäuse in der reich strukturierten Landschaft mit naturnahen Wäldern, vielfältigen Waldrändern und waldfreien Gebieten Jagdreviere und Rückzugsräume findet.

Die Tour ist ausführlicher in einer TERRA.natura-Broschüre des Naturparks TERRA-vita mit dem Titel „Schätze im Silberberg“ beschrieben. Sie kann beim Naturpark angefordert werden.

In den Broschüren der Serie TERRA.natura finden Naturliebhaber Wandervorschläge und Hintergrundinformationen zu ausgesuchten Bereichen in den wertvollsten Schutzgebieten des Naturparks TERRA.vita – den Natura 2000-Gebieten.

Diese Tour liegt im Naturschutzgebiet Silberberg. Diese Tour liegt im Naturpark TERRA.vita.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Programmes "Natur erleben" gefördert.

Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Sonnig, trocken, kalkhaltig – unter diesen Bedingungen wächst das Gewöhnliche Leimkraut am Silberberg.

Sonnig, trocken, kalkhaltig – unter diesen Bedingungen wächst das Gewöhnliche Leimkraut am Silberberg.

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