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Salzwiesenpfad Sehestedt

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz am Schwimmenden Moor
Ziel:Parkplatz am Schwimmenden Moor
Länge:4,75 km
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei. Der Salzwiesenpfad ist, abgesehen von der Strecke auf dem Deich, für Rollstuhlfahrer befahrbar. Die Ausstellung in der Erlebnisstation ist über eine Rampe zugänglich.
Anfahrt:Sehestedt liegt ca. 14 km von den Bahnstationen Varel und Rodenkirchen entfernt und ist von dort aus über das gut ausgebaute Radwegsystem zu erreichen.
Wer mit dem Auto anreist kann den Parkplatz gegenüber dem Sehestedter Außendeichsmoor, beim Deichaufgang, nutzen.

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Informationen zur Tour

Rundtour unmittelbar am östlichen Jadebusen im Weltnaturerbe Wattenmeer. Besucher erwartet ein schwimmendes Moor und die Pflanzen- und Vogelwelt der Salzwiesen.
Im Herbst und im Frühjahr können vom Weg Zugvögel beobachtet werden.

Der Strandflieder hat sich mit Hilfe von Drüsen zur Salzausscheidung dagegen gewappnet, dass die Salzkonzentration in den Blättern bis ins Unermessliche steigt. Im Hintergrund ist das „Schwimmende Moor“ zu sehen (Foto: R. von Lemm).

Der Strandflieder hat sich mit Hilfe von Drüsen zur Salzausscheidung dagegen gewappnet, dass die Salzkonzentration in den Blättern bis ins Unermessliche steigt. Im Hintergrund ist das „Schwimmende Moor“ zu sehen (Foto: R. von Lemm).

Die Salzwiesen bei Sehestedt bergen eine Besonderheit, die am Jadebusen einmalig ist: Hier befindet sich, dem Deich vorgelagert und den Gezeiten ausgesetzt, ein Hochmoor. Wer die Tour auf dem Deich beginnt, hat von dort einen guten Blick auf das Unikum namens Sehestedter Außendeichsmoor. Es handelt sich dabei um den Überrest eines ausgedehnten Hochmoores, das einst, vor 1000 Jahren die gesamte Fläche des heutigen Jadebusens und südlich angrenzende Bereiche bedeckte.

Als im 18. Jahrhundert die Deichlinie zwischen Schweiburg und Seefeld geschlossen wurde, deichte man einen Teil des Moores aus. Seither schwimmt das Moor hier auf, sobald bei Sturmfluten ein bestimmter Wasserstand überschritten wird. Immer wieder brechen dabei Stücke ab, die sich später in der vorgelagerten Salzwiese wiederfinden.

Bis das Hochmoorrelikt irgendwann im Meer verschwunden ist, wird die Pflanzen- und Tierwelt des Moores durch Pflegemaßnahmen erhalten und gefördert: Besonders Birken werden zurückgedrängt zugunsten lichtbedürftiger Hochmoorpflanzen wie Torfmoos, Sonnentau und Glockenheide.

Im Südteil des Moores führt ein Bohlenweg zu einer Vogelbeobachtungsstelle, von der aus man – am besten durchs Fernglas – das Vorland gut im Blick hat, ohne zu stören. Gesichtet werden können Brandgänse, die in der Moorkante brüten, außerdem Austernfischer und Rotschenkel, die ebenfalls als häufige Brutvögel vorkommen, und eine kleine Lachmöwenkolonie ist einsehbar; zuweilen lassen sich auch Löffler, Silberreiher und Löffelenten blicken.

Jenseits des Moores prägt ein breiter Salzwiesengürtel den Küstenabschnitt, der zum Watt hin leider durch eine Steinpackung begrenzt wird. In diesem Lebensraum, der den natürlichen Übergang vom Watt zum Land bildet, sind alle Pflanzen und Tiere auf das allgegenwärtige Salzwasser eingestellt. Im Frühjahr blühen hier Strandnelke und Löffelkraut, helllilafarben leuchten im Sommer Strandflieder und Strandaster und im Herbst färbt sich der Queller intensiv rötlich, bevor er abstirbt.

Weil Salzwiesen für viele Vogelarten essentielle Lebensräume sind, können Spaziergänger, besonders von der Wattkante aus, je nach Jahreszeit verschiedene Vogelarten beobachten, die hier Ruhe, Nahrung und Brutplätze finden. Besonders bei auflaufendem Wasser, kurz bevor die Flut einsetzt, sind Beobachtungen aus nächster Nähe möglich. Besonders schön ist hier im September und Oktober das Erlebnis tausender Weißwangengänse, die in den Salzwiesen rasten.

Allgemein bieten die Zugzeiten im Herbst und im Frühjahr vom Salzwiesenpfad aus beeindruckende Naturerlebnisse, wenn sich an einzelnen Tagen neben Säbelschnäblern tausende von Brandgänsen, Scharen von Austernfischer und wolkenförmige Gebilde von Alpenstrandläufern zum Abflug sammeln – dass der Jadebusen ein international bedeutsames Rastgebiet für Zugvögel ist, kann man hier nicht übersehen. Im Rahmen der sogenannten Zugvogeltage bietet die Nationalparkverwaltung alljährlich im Oktober viele Veranstaltungen an.

An der Nationalpark-Erlebnisstation, direkt am Rundweg am Strandbad, kann man sich zwischen Mai und September mit näheren Informationen über die Salzwiesen und das „Schwimmende

Diese Tour liegt im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Nationalpark-Erlebnisstation am Salzwiesenpfad bietet in den Sommermonaten Muschelsuchertouren an der Wattkante (Foto: R. von Lemm).

Die Nationalpark-Erlebnisstation am Salzwiesenpfad bietet in den Sommermonaten Muschelsuchertouren an der Wattkante (Foto: R. von Lemm).

Von der Beobachtungshütte im Außendeichsmoor hat man beim Blick in die Salzwiesen im Frühjahr unversehens das Brutgeschehen von Rotschenkel, Austernfischer und Lachmöwen vor der Linse (Foto: R. von Lemm).

Von der Beobachtungshütte im Außendeichsmoor hat man beim Blick in die Salzwiesen im Frühjahr unversehens das Brutgeschehen von Rotschenkel, Austernfischer und Lachmöwen vor der Linse (Foto: R. von Lemm).

Weitere Informationen als PDF herunterladen Flyer Erlebnisstation Sehestedt

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