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Durch die Hutewälder im Reiherbachtal

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz beim Schloss Nienover
Ziel:Parkplatz beim Schloss Nienover
Länge:Rundwanderwege zwischen 3 und 12 km
Schwierigkeit:Für die Wanderung ist festes Schuhwerk zu empfehlen.
Hunde sind aus Sicherheitsgründen auf dem Wanderweg durchs Reiherbachtal nicht erlaubt, da Rinder und Pferde sich durch die Anwesenheit von Hunden bedroht fühlen könnten und ihre Kälber und Fohlen verteidigen wollen.

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Informationen zur Tour

Das Reiherbachtal im Solling ist Schauplatz eines besonderen Naturschutzprojekts zum Erhalt lichter Eichenwälder.
Besucher können das Projektgebiet bei Nienover auf Rundwegen durchwandern und begegnen dabei den Nachfahren von Auerochse und Wildpferd.

Exmoor-Ponys managen den Erhalt der lichten Eichenwälder bei Nienover (Foto: Naturpark Solling-Vogler).

Exmoor-Ponys managen den Erhalt der lichten Eichenwälder bei Nienover (Foto: Naturpark Solling-Vogler).

Die ehemaligen Hutewälder südwestlich von Nienover sind etwas ganz Besonderes, denn sie sind für den Artenschutz von herausragender Bedeutung. Der Artenreichtum bei Pilzen, Flechten, Moosen, Fledermäusen, Nachtfaltern und holzbewohnenden Käferarten ist in den alten, lichten Eichenwäldern außergewöhnlich. Viele Arten, die hier vorkommen, sind sogar auf Gedeih und Verderb an die Eiche gebunden, von anderen Baumarten können sie nicht leben.

Die lichten Eichenwälder, die Besucher im Reiherbachtal durchwandern, entstanden durch die Hutenutzung, also die Nutzung des Waldes als Weide. Einige der knorrigen Eichen im Tal zeugen noch von einer jahrhundertelangen, bäuerlichen Waldnutzung. Dabei wurde Vieh in den Wald getrieben, wo es sich an frischen Gehölztrieben, Kräutern und Eicheln satt fraß. An manchen Orten, wie bei Nienover, legten die Menschen Eichenwälder extra für die sogenannte Eichelmast an.

Damit die Arten- und Lebensraumvielfalt dieser Waldbestände erhalten werden kann, müssen sie licht bleiben. Deshalb wird im Reiherbachtal mit den Nachfahren von Auerochse und Wildpferd eine neue Form der Beweidung erprobt.

Exmoorponys und Heckrinder leben seit dem Jahr 2000 ganzjährig in einem großen Areal im Wald des Reiherbachtals, und fressen, Gräser, Blätter und frische Triebe von Sträuchern und Bäumen. So halten sie die aufwachsenden Buchen kurz und schaffen ein mosaikartiges Nebeneinander von Wäldern und offeneren Bereichen aus Wiesen, Gebüschen, Rohboden und kleinen Gewässern.

Wer durchs Reiherbachtal wandert, bewegt sich in einem Wegabschnitt direkt durchs Beweidungsgebiet – ohne Zaun. Da das Beweidungsgebiet sehr weitläufig ist, sind Begegnungen mit den Tieren, wenngleich gut möglich, nicht garantiert. Häufiger als die Rinder sind die Exmoorponys am Weg und in der Bachaue anzutreffen. Auch von einem Aussichtsturm im Norden des Projektgebietes kann man die Tiere manchmal beobachten.

Ausführlichere Informationen über die Hutewälder im Reiherbachtal bei Nienover finden sich im Faltblatt "Hutewald im Solling".

Wer den Hutewald auf einer geführten Wanderung erleben möchte, findet im Veranstaltungsprogramm des Naturparks Solling-Vogler namens "Termine für Entdecker" Anregungen.

Diese Tour liegt im Naturpark Solling - Vogler.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Programmes "Natur erleben" gefördert.

Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Neben Exmoor-Ponys schaffen auch Heckrinder Lebensraumvielfalt im Wald (Foto: Naturpark Solling-Vogler).

Neben Exmoor-Ponys schaffen auch Heckrinder Lebensraumvielfalt im Wald (Foto: Naturpark Solling-Vogler).

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