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Naturschutzgebiet Hasbruch

Rubrik:Wandern, Kurzwanderung
Start:Wanderparkplatz am östlichen Waldrand bei der Straße 'Zur Dicken Eiche'
Ziel:Wanderparkplatz am östlichen Waldrand bei der Straße 'Zur Dicken Eiche'
Länge:7,11 km

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Informationen zur Tour

Rundtour durch den größten historisch alten Wald des niedersächsischen Flachlandes.
Der Weg führt Besucher durch den ehemaligen Hutewald zu Waldwiesen und einem Waldteich, einem mäandernden Bachlauf und einer alten Jagdhütte. Auf einem Abstecher von der Hauptroute kann man der über 1000-jährigen Friederikeneiche einen Besuch abstatten.

'Königin' des Hasbruch: Die Friederikeneiche (Foto: S. Gerdes).

'Königin' des Hasbruch: Die Friederikeneiche (Foto: S. Gerdes).

Wer den Hasbruch erkundet, merkt bald, dass bei diesem Wald Wirtschaftlichkeit und Ertrag nicht die erste Geige spielen:

Mehrhundertjährige Eichen, Hainbuchen und Buchen und tote Baumriesen sind vom Weg aus zu sehen. Das ausgedehnte Laubwaldrevier zwischen Delmenhorst und Oldenburg ist immerhin einer der für den Naturschutz bedeutendsten Wälder Nord-Niedersachsens; mehr als 1500 Tier- und Pflanzenarten sind in den feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern mit dem reichen Unterwuchs und den Fließgewässern Brookbäke und Hohlbäke nachgewiesen worden.

Einen hohen Stellenwert hat der Hasbruch als Brutgebiet für Vogelarten, darunter Kostbarkeiten wie Wespenbussard, Mittelspecht und Schwarzspecht. Auch mehrere Fledermausarten nutzen das gleichnamige Naturschutzgebiet regelmäßig. Eine der Amphibienarten, die hier vorkommt, der Feuersalamander, hat es sogar zu Berühmtheit gebracht, denn normalerweise ist er im Flachland Niedersachsens kaum anzutreffen. Spaziergänger bekommen ihn allerdings nur selten zu Gesicht.

Warum diese Artenvielfalt? – Zum Einen, weil der Hasbruch ein historisch alter Wald ist, also schon seit mehreren Jahrhunderten ohne Unterbrechungen als Wald besteht, und viele Tierarten eng an alte Wälder gebunden sind. Zum anderen wird der Hasbruch schon lange naturnah bewirtschaftet, seit die Bauern der umliegenden Dörfer ihn nicht mehr als Waldweide nutzen; ein 40 ha großer Kernbereich wird als Naturwald sogar ganz sich selbst überlassen; beides zahlt sich in einer großen Artenfülle aus.

Zur naturnahen Bewirtschaftung gehört auch, absterbende und abgestorbene Bäume im Wald zu belassen, denn sie sind das A und O für ein reiches Artenspektrum im Hasbruch: Insbesondere viele Käferarten leben im und vom Totholz bestimmter Baumarten, darunter Arten wie der Eremit, der mit seiner europäischen Bedeutung für den Naturschutz zu den "Promis" unter den Tierarten im Hasbruch zählt.

Wer die Tour am Wanderparkplatz westlich von Westerloge beginnt, erreicht ungefähr nach dem ersten Drittel der Strecke eine 1858 errichtete Jagdhütte. Ursprünglich diente sie Forstleuten bei schlechtem Wetter als Unterschlupf, und auch der Großherzog von Oldenburg hat dort schon übernachtet. Einige Jahrzehnte gab es hier sogar einen kleinen Ausschank. Heute ist die Jagdhütte nur noch zu speziellen Anlässen geöffnet. Verschnaufen ist hier aber trotzdem möglich: Vor der Hütte bieten Tische und Bänke Voraussetzungen für eine Brotzeit.

Wer möchte kann von hier aus auch einen Abstecher auf dem „Urwaldpadd“ machen, der von mächtigen Eichen und Hainbuchen gesäumt ist. Der Schutz der Natur und ihre Eigenentwicklung haben hier im Naturwald absoluten Vorrang. Das Betreten geschieht auf eigene Gefahr, und besonders bei Unwetter sollte man sich von diesem Bereich fernhalten.

Nicht weit von der Jagdhütte hat man von einem Aussichtsturm, geschützt durch Eichenkronen, einen Blick aus der Vogelperspektive auf renaturierte Abschnitte der Brookbäke, die den Wald durchquert und sich wieder in Mäandern durch die Jagdhüttenwiese schlängeln darf.

Im weiteren Verlauf zweigt von der vom Forstamt nach Nordosten führenden Liebesallee ein kleiner Pfad nach rechts in Richtung Süden ab. Er führt zu einem der beeindruckendsten Bewohner des Waldes: Der Friederikeneiche, der „Königin des Hasbruch“. Sie ist die älteste noch lebende, und die letzte der einstmals vielen, 1000-jährigen Eichen im Hasbruch. Ihr Alter wird heute auf 1200 Jahre geschätzt. Damit ist sie – kein Wunder – sogar die zweitälteste Eiche Deutschlands.

Wer übrigens gerne einmal den Ruf von Waldschnepfe und Waldkauz abends im Wald hören, die Brutvögel des Hasbruchs unterscheiden lernen oder einen Blick auf den seltenen Eremit werfen möchte, kann dies tun – bei einer der geführten Wanderungen, die die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs an einzelnen Tagen im Jahr anbietet.

Diese Tour liegt im Naturschutzgebiet Hasbruch. Diese Tour liegt im Naturpark Wildeshauser Geest.

Die renaturierte Brookbäke ist vom Aussichtsturm bei der Jagdhütte besonders gut zu sehen (Foto: S. Gerdes).

Die renaturierte Brookbäke ist vom Aussichtsturm bei der Jagdhütte besonders gut zu sehen (Foto: S. Gerdes).

An der alten Jagdhütte (Foto: Niedersächsische Landesforsten).

An der alten Jagdhütte (Foto: Niedersächsische Landesforsten).

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