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Durch den östlichen Harly

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Großer Parkplatz bei 38690 Vienenburg-Wöltingerode, Wöltingerode 3, gegenüber der Gaststätte Klosterkrug
Ziel:Großer Parkplatz bei 38690 Vienenburg-Wöltingerode, Wöltingerode 3, gegenüber der Gaststätte Klosterkrug
Länge:7,38 km

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Informationen zur Tour

Wanderung nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch die naturnahen Buchenwälder am Südostrand des Höhenzugs Harly. Im Umfeld des Kammwegs kann man hier die seltene Waldgesellschaft der Elsbeeren-Eichenwälder erleben. Die Tour führt außerdem zu mehreren Orten mit Fernsicht und zur Harly-Burg.

Blick vom Harlyturm über Lengde auf die Kiesteiche der Okeraue (Foto: Studio Schadach).

Blick vom Harlyturm über Lengde auf die Kiesteiche der Okeraue (Foto: Studio Schadach).

Eine Besonderheit auf der Tour an der östlichen Südflanke des Harly sind die trockenwarmen Hangwälder, die man vom Kammweg aus erleben kann. Südlich von Hannover hat dieser Waldtyp in Niedersachsen seine nördliche Verbreitungsgrenze. An den wärmebegünstigen, südwestexponierten Hängen des Harly, in Höhen zwischen 220 bis 160 m, wachsen hier Elsbeeren, Traubeneichen und Feldahorn, am Boden kann man zwischen April und Juni unter anderem die Blüten des Blauroten Steinsamens und im Sommer die Pfirsichblättrige Glockenblume entdecken.

Weiter unten wird der Waldtyp von naturnahen Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwäldern abgelöst. Vor dem Laubaustrieb sind hier Teppiche von Buschwindröschen, später auch Waldmeister und Goldnessel zu sehen; auf basenreichen, ausreichend feuchten Standorten sprießt im Frühjahr außerdem der Bärlauch.

Ganz im Osten der Wegstrecke kommen geschichtlich Interessierte auf ihre Kosten: hier befindet sich das Gelände der im 13. Jahrhundert errichteten Harly-Burg, deren Wälle und Gräben zum Teil heute noch gut zu erkennen sind.

Beim Burggrund führt ein Abstecher außerdem etwa 50 m aufwärts zu einem kleinen Steinbruch mit hellem unreinem Gips. Senken im Gelände, sogenannte Erdfälle, weisen hier und auch beidseits des Kammwegs auf ausgelaugten Gips im Untergrund hin.

Sowohl an der höchsten Stelle des Harly, auf dem Harly-Turm, und auch bei der Lengder Höhe kann man den Blick weit über die Landschaft schweifen lassen – nach Süden über die Kiesteiche der Okeraue und zum Harz, nach Norden zum Elm und an klaren Tagen bis nach Wolfenbüttel und Salzgitter.

Weil der Harly geologisch so vielfältig ist, ist auch die Vielfalt der Waldgesellschaften groß, die hier auf engem Raum vorkommen – da sie hier auch noch naturnah ausgeprägt sind, steht die gesamte Südseite des Höhenzugs als Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 unter besonderem Schutz. Das Gebiet hat in Niedersachsen zudem eine besondere Bedeutung für die Wildkatze.

Wer in die Details der Harly-Geologie und einsteigen und mehr über die hier vorkommenden Pflanzen- und Tierarten erfahren möchte, besorgt sich am besten die Broschüre "Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm – Der Harly". Sie ist bei der Tourist-Information Vienenburg erhältlich und kann außerdem heruntergeladen werden.

Drei Touren durch den Harly sind in der Broschüre beschrieben. Der hier dargestellte Weg entspricht dem „Erlebnispfad 2“ der Broschüre.

Blauroter Steinsame prägt die Krautschicht der trockenwarmen Hangwälder des Harly (Foto: Jeffdelonge, wikipedia).

Blauroter Steinsame prägt die Krautschicht der trockenwarmen Hangwälder des Harly (Foto: Jeffdelonge, wikipedia).

Kloster Wöltingerode (Foto: Studio Schadach).

Kloster Wöltingerode (Foto: Studio Schadach).

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