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Zu Felsklüften und Süntelbuchen am Hohenstein

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz Schillat-Höhle, Riesenbergstr. 2A, 31840 Hessisch Oldendorf-Langenfeld
Ziel:Parkplatz Schillat-Höhle, Riesenbergstr. 2A, 31840 Hessisch Oldendorf-Langenfeld
Länge:14,59 km
Barrierefreiheit:Die Tour ist nicht barrierefrei.
Anfahrt:Anreise mit ÖPNV:
Mit dem Zug nach Hameln, von dort mit dem Bus nach „Langenfeld, Hessisch Oldendorf“.
Alternative: über Hameln nach Zersen (südlich des Hohensteins), zur Haltestelle „Zersen, Hessisch Oldendorf“. Von der Haltestelle führt ein Wanderweg in ungefähr 45 Minuten zum Hohenstein (von der Haltestelle den Wegweisern zur "Pappmühle" folgen, über die Teerstraße durch die Felder zum Wanderparkplatz laufen. Von dort dem geteerten Wanderweg für ca. 150m folgen, dann rechts auf einen Pfad abbiegen, der steil bergauf zu den Felsen führt).
Kartenmaterial:Kartenmaterial ist erhältlich.

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Informationen zur Tour

Aussichtsreiche Wanderung durch eines der nördlichsten Karstgebiete Deutschlands, das Naturschutzgebiet Hohenstein im Süntel. In den ausgedehnten Buchenwäldern wachsen botanische Besonderheiten wie Eiben und Süntelbuchen. Von einem Felskamm reicht der Blick weit ins Weserbergland.

Die Kalkfelsen gehören am aussichtsreichen Hohenstein zu den wertvollsten Lebensräumen.

Die Kalkfelsen gehören am aussichtsreichen Hohenstein zu den wertvollsten Lebensräumen.

Auf der Tour durch den östlichen Teil des Naturschutzgebietes Hohenstein erleben Besucher eines der bedeutendsten Kalkfels- und Buchenwaldgebiete Niedersachsens.

Zu Beginn verläuft der Weg nahezu eben am Nordrand des Naturschutzgebietes auf Forstwegen entlang des Kalksteinbruchs Segelhorst und durch Buchenwald. Wer nahe des Dachtelfeldes kurz von der Route abweicht und den Weg zur Dachtelhütte einschlägt, kann im Umfeld der Hütte botanische Besonderheiten des Gebietes entdecken: krüppelig-gewunden oder sogar liegend wachsende Buchen. Entstanden sind die sogenannten Süntelbuchen durch Mutationen der Rotbuche, vermutlich im Süntel. Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es dort einen großen Bestand der Rotbuchen-Varietät. Weil das Holz schlecht zu verwerten war, wurde 1843 der letzte Süntelbuchenwald abgeholzt. Inzwischen sind im Dachtelfeld wieder Exemplare des Buchen-Sonderlings angesiedelt worden. In ihrer Nähe kann man hier übrigens Waldakeleien entdecken, die von Ende Mai bis Juli intensiv blau-violett blühen.

Im Südteil der Route wird es aussichtsreich, und gleich neben dem Weg geht es jäh in den Abgrund: Kalkreiches Sedimentgestein eines längst verschwundenen Jurameeres bildet hier das Plateau des 341 m hohen Hohensteins; nach Süden fällt das Plateau 40 m steil ab. Von dem zerklüfteten Felskamm mit dem „Grünen Altar“, der „Teufelskanzel“ und dem „Hirschsprung“ reicht der Blick weit Richtung Süden ins westliche Weserbergland.

Die Kalkfelsen gehören am Hohenstein zu den besonders wertvollen Lebensräumen: Vogelarten wie der Uhu und der Wanderfalke finden in den Felswänden Brutmöglichkeiten, einige Felsbereiche mit Spalten und Höhlen dienen Fledermausarten wie der Mopsfledermaus als Winterquartier, und auf den Felsvorsprüngen trotzen spezialisierte Pflanzenarten Wind und Wetter. Der Klettersport, der hier stattfindet, ist auf die Belange dieser Tier- und Pflanzenarten ausgerichtet: An bestimmten Felsen kann nicht geklettert werden, andere Routen sind im Winter zum Schutz der dort überwinternden Fledermäuse gesperrt.

Auch die ausgedehnten Wälder des Hohensteins sind dank ihres kalkreichen Untergrundes besonders schützenswert. Wer sie im Frühjahr durchstreift, bekommt Märzenbecher, Aronstab und Leberblümchen zu Gesicht, außerdem Teppiche von Buschwindröschen sowie die selteneren Gelben Buschwindröschen, die in den Kalk-Buchenwäldern gut gedeihen, beispielsweise nahe der Totenbornquelle. Die flach abfallenden Nordhänge des Hohensteins sind im Frühjahr mit Bärlauch überzogen.

Nach der aussichtsreichen Etappe am Rand des Hohenstein-Plateaus geht es auf schmalen Pfaden für norddeutsche Verhältnisse steil bergab ins Blutbachtal. Für eine Verschnaufpause bietet sich dort die Baxmannbaude an, eine an den Wochenenden bewirtete Wanderhütte, oder man läuft noch weiter zu einem Aussichtspunkt bei den Moosköpfen: ganze Sommernachmittage kann man dort auf sofaartigen Holzbänken mit Blick auf die Nordseite des Hohenstein-Massivs verbringen. Direkt hier wartet das Naturschutzgebiet in Sachen Waldbaumarten mit einer weiteren Besonderheit neben den Süntelbuchen auf: Im Umfeld der Holzbänke sind Eiben zu entdecken. Die Art wurde im Zuge der nacheiszeitlichen Buchenausbreitung und durch menschliche Einwirkungen im Mittelalter auf Extremstandorte verdrängt – dazu zählen auch die steil südwärts abfallenden Felsen am Hohenstein.

Geologisch Interessierte finden am Hohenstein übrigens typische Karstformationen, Dolinen, die durch Lösungsvorgänge des Kalkgesteins häufig in Karstgebieten entstehen. Dolinenfelder kommen unter anderem am Brennenberg im südöstlichen Teil der Route und am Ramsnacken vor.

Wer mit der Route nicht ausgelastet ist, kann auch noch den höchsten natürlichen Wasserfall Niedersachsens besuchen. Er befindet sich am Ortsrand von Langenfeld beim Höllengrund.

Der NABU Hameln-Pyrmont bietet auf Anfrage naturkundliche Exkursionen zum Hohenstein an.

Diese Tour liegt im Naturschutzgebiet Hohenstein. Diese Tour liegt im Naturpark Weserbergland.

Im Blutbachtal.

Im Blutbachtal.

Waldschänke unterhalb des Hohensteins: Die Baxmannbaude.

Waldschänke unterhalb des Hohensteins: Die Baxmannbaude.

Weitere Informationen als PDF herunterladen Flyer Hohenstein-Spaziergang

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