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Naturerlebnispfad Dümmer: Durch das Ochsenmoor zum See

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Parkplatz an der Naturschutzstation Dümmer, Am Ochsenmoor 52, 49448 Hüde
Ziel:Parkplatz der Naturschutzstation Dümmer
Länge:5,06 km
Anfahrt:mit der Bahn:
bis Bahnhof Lemförde (Fahrräder können auf der Linie Osnabrück-Bremen in den meisten Zügen mitgenommen werden). Vom Nebenausgang (gegenüber des Bahnhofgebäudes) etwa 45 Minuten Fußweg (siehe Lageplan unter www.naturschutzring-duemmer.de).

mit dem Auto:
über die B 51 von Diepholz oder Osnabrück, Abfahrt Schäferhof in der Ortschaft Marl.
Die Naturschutzstation ist ausgeschildert.
Von der A 1 Bremen-Osnabrück über die Anschlussstelle Neuenkirchen-Vörden über Damme-Lembruch zur B 51, oder über die Anschlussstelle Holdorf über Steinfeld (Oldbg.) nach Diepholz.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.
Kartenmaterial:zu dem Lehrpfad ist eine 52seitige Broschüre erhältlich

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Informationen zur Tour

Wanderung durch Feuchtgrünland, vorbei an Hochstaudenfluren, Kleingewässern und Bruchwald im Randbereich des Ochsenmoores, und entlang des Südrandes des Dümmers. Ein Fernglas sollte bei der Tour nicht fehlen – je nach Jahreszeit gibt es Gänse- und Entenarten, Fischadler und Vögel der Röhrichte zu sehen.

Mit Spektiv und Becherlupe durchs Ochsenmoor – zum Beispiel bei einer geführten Tour mit dem Naturschutzring Dümmer auf dem Naturerlebnispfad.

Mit Spektiv und Becherlupe durchs Ochsenmoor – zum Beispiel bei einer geführten Tour mit dem Naturschutzring Dümmer auf dem Naturerlebnispfad.

Der Naturerlebnispfad führt durch Teile des großräumigen Feuchtgebietes und Vogelschutzgebietes der Dümmerniederung. Schutzbedürftig sind hier insbesondere die Lebensräume, Rast- und Brutgebiete typischer Vogelarten der großräumig offenen, baumarmen, störungsarmen Niederungslandschaft.

Die Tour kann man gut an der Naturschutzstation Dümmer bei Hüde beginnen. Der Pfad verläuft nahe der Station auf einem nach Westen führenden Feldweg. Bald öffnet sich der Blick auf eine weite Weidelandschaft, in der man im Winterhalbjahr große Schwärme von Bläss- und Graugänsen beobachten kann.

Nach etwa 200 Metern lohnt ein Blick durchs Weidengebüsch nach Norden. Unweit des Waldrandes ist ein Holzmast mit Plattform zu sehen. Ab April kann man hier ein Fischadlerpaar beobachten, das auf dieser Nisthilfe brütet und seine Küken aufzieht. Natürlicherweise wählt der Fischadler einzeln stehende Bäume, gern mit toten Ästen als Nistplatz. Da solche Bäume in der Landschaft selten geworden sind, ist er in vielen Gebieten auf Hochspannungsmasten ausgewichen und nimmt, wie sich im Ochsenmoor zeigt, auch Holzmasten an. Südlich des Weges liegen zwei Gewässer, die verschiedenen Vögeln als Nahrungsplatz dienen. Immer wieder sind dort Waldwasserläufer zu beobachten, die im Uferbereich nach Nahrung suchen. Auch Störche gehen hier auf Froschfang.

Schließlich gelangt man an eine größere Brache mit mehreren Gewässern. Hier halten sich gern Silberreiher auf, die auf Frösche und Mäuse Jagd machen. Auf alten Stängeln, die über die Fläche hinausragen, auf Pfosten oder einer Gebüschspitze ist von Frühjahr bis Herbst ein Schwarzkehlchenpaar anzutreffen. Meist macht es durch ausgiebiges Schimpfen auf sich aufmerksam. Das Männchen ist durch sein kontrastreiches Gefieder gut zu erkennen. Auch die Dorngrasmücke und der Sumpfrohrsänger sind auf der Fläche auszumachen. Beide treffen allerdings erst Ende April/Anfang Mai im Dümmergebiet ein, sie gehören zu den Zugvögeln, die recht spät aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkehren.

Der Weg knickt nun nach Norden ab und läuft auf den Ochsenmoorturm zu. Hat man ihn erklommen, zeigt sich die Landschaft des Ochsenmoores als weiter, grüner Teppich. Im Frühjahr, wenn viele Flächen überschwemmt sind, sieht das Gebiet besonders reizvoll aus. Aus dem angrenzenden Ochsenmoorwäldchen erschallt hier zuweilen im Frühjahr, gut hörbar, den melodiösen Ruf des seltenen Pirols.

Das Wäldchen wird seit Anfang der 2000er Jahre durch einen Stau vernässt. Der starke Anstieg des Wasserstandes hat viele Erlen, obwohl an hohe Wasserstände angepasst, absterben lassen. Die toten Bäume ziehen immer wieder Spechte an. Im Sommer hat hier ein Kleinspecht sein Revier, im Winter macht sich der Schwarzspecht über die Bäume her und hackt große Stücke aus den Stämmen heraus. Der Waldboden ist im Frühjahr in Teilen so stark überschwemmt, dass einzelne Gänsepaare hier brüten können.

Der Weg verläuft schließlich durch den Wald und trifft dann auf die Straße südlich des Sees. Auch hier ist im Mai und Juni der Pirol mit seinem markanten, flötenden Lied zu hören. Selbst wenn er in der Nähe ist, ist es nahezu unmöglich, ihn zu entdecken. Erst wenn er im Juli mit seinen grünlichgelb gefärbten Jungvögeln durch das Gebiet streift, erhöht sich die Chance, ihn zu Gesicht zu bekommen. Im Winterhalbjahr dient der Wald bis zu einigen tausend Dohlen und Saatkrähen als Schlafplatz.

Nun geht es weiter Richtung Westen zu einem Beobachtungsturm. Die südliche Dümmerbucht ist im April und Mai voller Leben. Haubentaucher sind zu sehen, die sich auf die Brut vorbereiten; verschiedene Entenarten sind zu entdecken, dazwischen auch einzelne Schwarzhalstaucher und Zwergtaucher und in der Ferne ist eine Lachmöwenkolonie auszumachen; auch Kormorane können weiter entfernt beobachtet werden, die auf Gebüschen ausruhen und dort zuweilen ihr Gefieder trocknen.

Die Route führt nun den Deich entlang in Richtung Osten. Aus dem Schilf ist von Zeit zu Zeit ein lautes, anhaltendes Schwirren zu hören – der Feldschwirl lässt seinen Gesang ertönen. Sein enger Verwandter, der Rohrschwirl, hat ganz in der Nähe sein Revier.

Kurz bevor der Deich nach Norden abknickt, streift man das häufig besetzte Revier eines Blaukehlchens. Ab Mitte März ist es im Weidengebüsch im Schilfröhricht anzutreffen. Vor allem morgens trägt es seinen auffälligen Gesang vor. Aus dem dichten Schilf ist ab April der leise, fast unablässig vorgetragene, rhythmische Gesang des Teichrohrsängers zu hören. Er besiedelt bevorzugt besonders dicht wachsendes Schilf. Zwischen die Halme flechtet er sein kunstvolles Nest, einen tiefen Napf. Wo viele Teichrohrsänger nisten, ist auch der Kuckuck nicht weit. Von höheren Sitzwarten aus wartet er den Moment ab, in dem er seine Eier in ein unbewachtes Nest legen kann.

Die Route folgt dem Deich entlang älterer Kopfweidenbestände, vorbei an der „Vogelwiese“ mit größeren Teichen, auf denen Enten und Bekassinen zu entdecken sind, und quert den Marler Graben, den zweiten, viel kleineren Zufluss des Sees neben der Hunte.

Nach der Brücke knickt die Route nach Osten in Richtung Hüde ab, dann kurz darauf nach Süden. Rechter Hand kommt man an einem traditionell besetzen Storchenhorst vorbei und quert erneut den Marler Graben. Das Fließgewässer ist ein wichtiger Überwinterungsplatz für fischfressende Vogelarten. Bei strengem Frost friert der Dümmer rasch zu, offene Wasserstellen sind dann rar. Die geschützte Lage des Grabens und die Fließgeschwindigkeit lassen das Gewässer noch über lange Zeit offen bleiben und bieten damit auch bei Starkfrost Möglichkeiten zur Nahrungssuche – häufig sammeln sich hier zum Beispiel Silberreiher. Im angrenzenden Erlengehölz besteht seit einigen Jahren eine Saatkrähenkolonie, die von März bis Anfang Juni besetzt ist.

Nun geht es zurück in Richtung Naturschutzstation – bei Winterspaziergängen in Gegenwart von Grau- und Blässgänsen, die sich in den an die Straße angrenzenden Flächen aufhalten.

Diese Tour liegt im Naturpark Dümmer. Diese Tour liegt im Naturschutzgebiet Ochsenmoor.

Der Ochsenmoorturm: Von hier liegt einem das Ochsenmoor zu Füßen.

Der Ochsenmoorturm: Von hier liegt einem das Ochsenmoor zu Füßen.

Einem weiten grünen Teppich ähnelt die nahezu baumlose Niedermoorlandschaft des Ochsenmoores.

Einem weiten grünen Teppich ähnelt die nahezu baumlose Niedermoorlandschaft des Ochsenmoores.

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