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Rund um das Große Torfhausmoor

Rubrik:Wandern, Eintagestour
Start:Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Ziel:Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus
Länge:5,66 km
Schwierigkeit:Bequeme Wanderung auf guten Waldwegen.
Anfahrt:Mit dem Zug bis Bad Harzburg, vom Bahnhofsvorplatz dann mit dem Bus Nr. 820 in 20 Minuten bis zur Haltestelle Torfhaus, siehe www.kvg-braunschweig.de; Anfahrt mit dem Bus auch von Braunlage möglich.

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Informationen zur Tour

Rundwanderung auf Goethes Spuren zum Großen Torfhausmoor, einem der großen Hochmoore im Nationalpark Harz.

Goetheweg mit Brocken.

Goetheweg mit Brocken.

Die Tour rund um das Große Torfhausmoor verspricht neben Eindrücken von Moor-Vielfalt und Moor-Dynamik gleich zu Beginn Skandinavien-Flair: Ein kleiner Teil des Moores ist hier auf einem Bohlensteg zu überqueren, sofern man die Route gegen den Uhrzeigersinn nimmt. Von dort gibt es freie Sicht auf die weite, baumlose Hochmoorfläche, und an klaren Tagen ist im Hintergrund der Brocken zu sehen.

Die Pflanzenwelt des Moors bildet hier ein Mosaik aus leicht erhöhten, trockeneren "Bulten" und wasserdurchtränkten "Schlenken". Die Bulten werden vor allem von der Rasigen Haarsimse geprägt – sie ist im Herbst in der Lage, das Moor in einen leuchtend goldbraunen Teppich zu verwandeln. In den Schlenken gedeihen dagegen Pflanzen wie der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau.

Ein Teil des Weges verläuft nun auf dem Goetheweg, der in etwa den wahrscheinlichen Weg Goethes bei dessen Aufstieg von Torfhaus zum Brocken am 10. Dezember 1777 beschreibt. Er wird hier von einem künstlichen Wasserlauf begleitet, dem Abbegraben. Dieser Graben ist Bestandteil der „Oberharzer Wasserwirtschaft“, des historischen Energieversorgungssystems des Oberharzer Bergbaus. Auffällig ist die rostbraune Färbung des Wassers – sie rührt von den Huminstoffen her, die aus dem Moor gelöst werden.

So wichtig der Abbegraben für den Harzer Bergbau war, so nachteilig wirkt er sich heute auf die angrenzenden Moore aus, denn dieser und weitere Stichgräben stören beträchtlich den Wasserhaushalt. Daher hat die Nationalparkverwaltung viele der Gräben wieder angestaut und die angrenzenden Flächen renaturiert.

Nach dem Schwenk auf den Kaiserweg fällt beim Blick in Richtung des Großen Torfhausmoores ein Moorfichtenwald auf, der hier mitsamt seinem Unterwuchs aus Beerensträuchern, Pfeifengras und Torfmoosen die natürliche Waldgesellschaft bildet. Die Bäume wachsen unter den gegebenen Bedingungen extrem langsam. Neben der Fichte verträgt nur die Karpatenbirke die sauren Moorböden im Harz. Das Hochmoor dagegen ist waldfrei. Bäume können hier kaum wachsen, da ihre Wurzeln durch die mächtige Torfdecke nicht bis zum Boden gelangen.

Kurz vor dem Ende der Wanderung fällt linkerhand ein alter Torfstich auf. Die Grenze des Torfabbaus bilden die bewachsenen Stichwände im Hintergrund. Sie geben einen Eindruck von den heute 5 bis 6 Meter mächtigen Torflagern im Großen Torfhausmoor.

Begonnen hatte man mit dem Torfstechen hier im 18. Jahrhundert, in der Blütezeit des Harzer Bergbaus, da die Holzreserven in den Harzwäldern erschöpft waren. Doch der Torfabbau war im rauen Klima des Harzes nie rentabel und wurde wenige Jahrzehnte später wieder eingestellt.

Der Nationalpark Harz unterstützt aufgrund der massiven historischen Eingriffe des Menschen in das Moor seine Renaturierung und natürliche Entwicklung. Gut erkennbar sind hier die hölzernen Sperrriegel, die in alte Moorgräben eingebaut wurden, um deren entwässernde Wirkung aufzuheben und den Wasserhaushalt naturnäher zu entwickeln.

Insgesamt befinden sich im Nationalpark Harz die größten und bedeutendsten niedersächsischen Vorkommen naturnaher Hochmoore. Die Harzer Hochmoore gehören zudem – wie die gesamte Nationalparkfläche – zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Beim Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, am Ausgangspunkt der Tour, erhalten Besucher in der Ausstellung übrigens weitere Informationen zu den Harzer Mooren.

Diese Tour liegt im Nationalpark Harz.

Abbegraben.

Abbegraben.

Weitere Informationen als PDF herunterladen Flyer 'Rund um das große Torfhausmoor'

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