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Heidebauernwirtschaft erleben in Wilsede

Adresse

29646 Bispingen, Wilsede am Ortsausgang Richtung Einem / Wilseder Berg
Telefon: 05198 987030
E-Mail: vnp-info@t-online.de
Website: www.verein-naturschutzpark.de

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Weitere Informationen

An diesem Informationspunkt in Wilsede werden die Spuren der historischen Heidebauernwirtschaft lebendig und erlebbar gemacht. Eine wichtige Rolle spielen dabei Heidschnucken, die Sie hier in der Koppel sehen können.

An der Schnuckenkoppel kann man viel über Heidschnucken erfahren (Foto: VNP-Archiv)

An der Schnuckenkoppel kann man viel über Heidschnucken erfahren (Foto: VNP-Archiv)

Am Ortsausgang von Wilsede in Richtung Wilseder Berg werden für Sie die Spuren der Heidebauernwirtschaft lebendig. Durch diese spezielle historische Landnutzungsform ist die Natur und Landschaft des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide entstanden. Hier können Sie die Zusammenhänge zwischen Natur- und Kulturlandschaftsschutz, zwischen traditioneller Landnutzung und moderner Landschaftspflege erleben und verstehen. 

Beim kleinen Schafstall mit Koppel können Sie sich Heidschnucken ansehen. Im Naturschutzgebiet selbst verrichten die Herden ihre Arbeit in der Landschaftspflege auch fern der Wege, daher bekommt man sie dort nicht oft zu Gesicht. In der Koppel werden vor allem die schmucken, außerhalb der Deckzeit von der Herde getrennten Schnuckenböcke gehalten - manchmal finden Sie dort aber auch Lämmer, die aufgepäppelt werden müssen. Aber egal ob Bock oder Lamm, für alle Besucher gilt: Bitte nicht füttern! Denn Heidschnucken sind Nahrungsspezialisten und vertragen z. B. kein Brot. In Fühlkästen an der Schnuckenkoppel können Sie verschiedenes zur Heidschnucke ertasten und versuchen zu erraten, worum es sich handelt. Wissen Sie, was ein historischer "Eekenboltentuun" ist? Das ist ein besonderer historischer Zauntyp, für den viel Holz verbraucht wird. Aufgrund der Feuergefahr wurde er den Heidebauern verboten. Auch diese Besonderheit können Sie sich an der Heidschnuckenkoppel ansehen. Außerdem wird erläutert, wie und warum Heidschnucken in der Region früher gehalten wurden und heute noch gehalten werden und wie die Heidebauernwirtschaft funktionierte. 

Auf dem nährstoffarmen Sandboden dieser Region war die Heidebauernwirtschaft über Jahrhunderte der einzig mögliche Weg, um als Landwirt überleben zu können. Die Heidebauernwirtschaft entzog den Heiden Nährstoffe in Form von Plaggmaterial (durchwurzelte Oberbodenstücke mit Heidekrautvegetation) oder gemähter Heide sowie indirekt über die Beweidung mit Heidschnuckenherden. Die gemähte Heide diente als Einstreu (Strohersatz) für die Ställe. Die sogenannte Plaggenheide fand Verwendung zum Auslegen der Schafställe. Dazu wurden die Heidepflanzen mitsamt dem Boden mit einer "Twicke" (Plaggenhacke) flach abgeschält. Der nährstoffreiche Plaggenmist aus den Ställen wurde zur Düngung auf den kleinen Ackerflächen in Hofnähe aufgebracht. Daraufhin konnte dort mehrere Jahre hintereinander Roggen angepflanzt werden. Sank der Ertrag, wurde als genügsamere Feldfrucht ein Jahr lang Sandhafer und daraufhin noch ein Jahr Buchweizen angebaut. Danach ließ man den Acker mehrere Jahre brachliegen. Auf dem nun wachsenden Gras konnten noch die Ochsen weiden. Zum Beginn eines neuen 10-jährigen Kreislaufes wurde der so genannte Dreesch-Acker dann wieder mit Plaggenmist aus dem Schnuckenstall gedüngt. 

Aus verschiedenen Gründen wurde die Heidebauernwirtschaft unrentabel und musste aufgegeben werden. Heute sind ihre Spuren noch in Wilsede erlebbar, das sich den Charakter eines typischen Heidedorfes erhalten hat. Die moderne Landschaftspflege nutzt die alten Wirtschaftsweisen, um sowohl Landschaft als auch die an sie angepasste Tier- und Pflanzenwelt der geschützten Kulturlandschaft Lüneburger Heide zu erhalten.

Auf der anderen Wegseite gegenüber der Heidschnuckenkoppel wird ein Dreesch-Acker bewirtschaftet, der sich heute üblicherweise aus zehn Streifen mit unterschiedlicher, wechselnder Bewirtschaftung zusammensetzt. Hier können Sie räumlich nebeneinander sehen, was in der Heidebauernzeit nacheinander passierte. Die Fruchtfolge entspricht dem historischen Vorbild. Eine drehbare Informationstafel mit fünf Fühlkästen bietet in jeder Jahreszeit die Möglichkeit, die Feldfrüchte zu betrachten und anzufassen. Auch wird hier das Besondere an den jeweiligen Kulturpflanzen vorgestellt.

Die Informationseinrichtung als Ganzes trägt dazu bei, dass für Sie Landschaftsbestandteile, die Zusammenhänge zwischen Landschaftspflege, Nutzung der Kulturlandschaft und Artenschutz sowie interessante Geschichten des Naturschutzgebietes erlebbar werden.

Wilsede liegt übrigens mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Es ist ein autofreies, typisches Heidedorf und nur zu Fuß, per Rad, mit der Kutsche oder auf dem Pferderücken zu erreichen. Neben den in Wilsede vorhandenen gastronomischen Einrichtungen sind der Wilseder Berg und der Totengrund nah gelegene Anziehungspunkte. In Wilsede bietet sich außerdem ein Besuch des Naturspeichers Wilsede und des Heidemuseums an. Ihr Besuch lässt sich auch sehr gut mit der "Natur erleben"-Wanderung "Wanderung ab Sellhorner Weg" verbinden, die direkt durch Wilsede verläuft.

Dieser Punkt liegt im Naturpark Lüneburger Heide. Dieser Punkt liegt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Programmes "Natur erleben" gefördert.

Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

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