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Hagenhufendörfer

Adresse

31655 Stadthagen, Probsthagen

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Auffallend ist ihre planmäßige Anlage: Die einzelnen Höfe reihen sich entlang des Baches auf. Zu jeder Hofstelle gehört ein ordentliches Stück Gartenland und etwas hofnahes Weideland.

Eine Besonderheit in unserer dicht besiedelten Landschaft stellen die langgestreckten Hagenhufendörfer dar. Auffallend ist ihre planmäßige Anlage: Die einzelnen Höfe reihen sich entlang des Baches auf. Zu jeder Hofstelle gehört ein ordentliches Stück Gartenland und etwas hofnahes Weideland. Vor den Höfen führt die Dorfstraße entlang und gegenüber der Höfe, auf der anderen Seite der Dorfstraße befindet sich die zum Hof gehörige Ackerflur. Die Flurstücke sind als lange Streifen ausgebildet, deren jeder genau so breit ist wie das Hofgrundstück selbst. Das praktische an dieser Siedlungsform ist, dass jeder Bauer seine Ländereien unmittelbar vor dem Hoftor liegen hat, somit keine langen Wege zurücklegen muss und keine ungünstig zugeschnittenen Parzellen zu bewirtschaften hat. Für die Anlage dieser Dörfer wurden im 13. Jahrhundert große Flächen des Dülwaldes gerodet, der bis dahin weite Teile der so genannten Schaumburger Kreidemulde bedeckte. Vor allem die Grafen von Schaumburg und von Roden- Wunstorf betrieben diese groß angelegte Kolonisation und erweiterten hiermit ihren Einflussbereich. Als Anerkennung für die strapaziöse Rodungsarbeit wurden den Siedlern bestimmte Freiheiten und Vorrechte eingeräumt, was den großen Hagenhufendörfern den Namen >sieben freie Hagen< eingebracht hat. Noch heute ist nicht nur die langgestreckte Siedlungsform vieler Hagenhufendörfer zu erkennen, auch die streifenförmige Ackerflur sowie die stattlichen Höfe mit ihren Gärten, Hecken und Obstwiesen sind vielfach noch - zumindest teilweise - vorhanden.

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