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Schneitelbaumbestand

Cammer

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Besonders knorrigen Baumgestalten, die sich in etwa zwei Metern Höhe in mehrere Stämme zerteilen, begegnet man in den >Schneitelwäldern< innerhalb des Schaumburger Waldes.

Es gibt drei recht gut erhaltene Bestände östlich Cammer, westlich Schloss Baum und südwestlich Spießingshol. Die Zweige dieser Bäume wurden früher in regelmäßigen Abständen gekappt. Während diese Bewirtschaftung für Kopfweiden, deren Triebe in der Korbflechterei Verwendung finden, allgemein bekannt ist, handelt es sich im Schaumburger Wald vor allem um geschneitelte Hainbuchen. Die Blätter dieser Bäume wurden getrocknet und im Winter als >Laubheu< dem Vieh zum Fressen gegeben. Die Äste wurden entweder als Brennholz verwendet oder zu Flechtwerk, z.B. im Fachwerkbau, verarbeitet. Diese Nutzung wurde zeitweise so intensiv betrieben, dass die Klage laut wurde, die Wälder seien >dermaßen gestümpelt und schädlich geschnitzelt, so daß die Bäume an Vielen ohrten einer miß gebuhrt ähnlich<. Diese Klage aus dem Jahre 1672 bezog sich zwar auf den Zustand der Mindener Wälder, man kann aber annehmen, dass es um den Schaumburger Wald nicht besser bestellt war. Die in der Folge erlassenen >Holzordnungen< konnten jedoch nicht verhindern, dass bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein - vor allem in Notzeiten - immer noch vereinzelt Schneitelwirtschaft betrieben wurde.

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